Fraser Island & Hervey Bay

4 07 2009

Eine halbe Woche nach Sydney und einigen guten Partys ging es in reizender & multikultureller Begleitung von Julia, Tania und Paola mit Mietauto nach Hervey Bay, einem kleinen Ort, der für Fraser Island das ist, was Airlie Beach für die Whitsundays ist: Ausgangspunkt für die meisten Trips in die Region.

Samstag morgen gegen 8 Uhr wurde dann also das Auto geholt und losgedüst. Ein kleiner Hyundai Getz mit manueller Gangschaltung. Ich wusste ja, dass das Lenkrad auf der falschen Seite ist (was mich nicht davon abgehalten hat in ca. 50% der Fälle trotzdem erstmal auf der Beifahrerseite einzusteigen), aber das bis auf die Pedale alles vertauscht ist, war mir auch neu… die größte und komplizierteste Umstellung ist das Schalten mit links… was mit rechts kein Problem ist und auch mit verbundenen Augen klappt, kann mit links ab und an zum Problem werden. Eigentlich gewöhnt man sich aber schnell dran, man muss aber doch des öfteren mal hektisch nach links gucken, da der Schaltknueppel meist nicht da ist, wo man ihn vermutet… Scheibenwischer und Blinker sind auch vertauscht, was dazu führte, dass manchmal ohne Blinken, dafuer aber mit frisch und trocken gewischten Scheiben abegebogen wurde 🙂

In Hervey Bay angekommen, bezogen wir gleich das Hostel namens „Whoolshed“… das machte auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck… gemütliche 6-Bett-Holzhaeuser mit viel Platz in Regenwaldatmosphaere… ausserdem eine gut eingerichtete Küche und ein großer Gemeinschaftsraum… alles sehr gemütlich.

Es ging dann natürlich gleich erstmal zum Strand, wo Julia, die direkt aus Sydney geflogen kam, schon in der Sonne brutzelte… so läuft das hier halt im tiefsten Winter in Queensland… 🙂 (von Neid geprägte Kommentare willkommen) keine Wolken, 25-30 Grad in der Sonne… so lange kein Wind da ist…

Nachdem die Sonne weg und der Wind dafür da war, machten wir uns auf zum Einkaufen… die hervorragenden Kochbedingungen wollten ja genutzt werden. Und der obligatorische Goon durfte auch nicht fehlen… Beim Durchkreuzen von Hervey Bay war uns schon bei der Ankunft ein Aldi-Markt aufgefallen und da wollten wir natürlich hin… sieht von innen aus wie ein Aldi aus Deutschland, es gibt Haribo Gummiebärchen… nur Alkohol wird, zumindest in Queensland, nicht verkauft. Neben Haribo landeten dann also die üblichen Verdaechtigen für BBQ und Nutella-Banane-Toast im Einkaufswagen.

girls doing the premium bbq

girls doing the premium bbq

Wieder zurück im Whoolshedangekommen, machten wir uns nach einer kleinen Erfrischung (Dusche) und einer größeren Pause (die holde Weiblichkeit wäre nach 5 Minuten fast eingeschlafen) an unser Deluxe-BBQ mit Spiessen, Hähnchen und haufenweise Gemüse… um dann vollgefuttert im Gemeinschaftsraum dem Goon und ein paar Spielen zu fröhnen… hängen geblieben sind wir dann bei einer deutschen Version von Trival Pursuit. Julia und ich mussten die von Paola (Italienerin) und Tania (Mexikanerin) vorgelesenen Fragen beantworten… gar nicht mal so einfach, was manchmal aber auch nicht unbedingt an den Fragen selbst lag… 🙂 Paola und Tania wurden aber von Frage zu Frage besser, so dass wir am Ende ab und an auch mal verstanden haben, was uns da vorgelesen wurde…

Am 2. Tag wollten wir mit unserer gemieteten Freiheit die Gegend unsicher machen… aber was nur? Ein paar Nationalparks, einige Straende und Bundaberg standen zur Auswahl. Schnell wurde aber klar, dass die Distanzen auf der Karte kleiner aussehen, als sie dann tatsaechlich sind… und die Gegend um Hervey Bay auch nicht unbedingt praechtig ausgeschildert ist. Nach einigem Hin und Her sind wir dann die Ostkueste hoch gefahren um ein paar Straende verschlafener Fischerdoerfer zu erkunden. So ging es also ueber Toogoom und Burrum Heads am Ende zum Woodgate Strand zum Sonnenbaden und relaxen. Ein schoener, sehr langgezogener Strand, an dem man die meiste Zeit bis zum Horizont keinen weiter sieht.

Tania sneaking up

Tania sneaking up

Auf der Ruecktour wurde sich dann noch bei der „beruehmten“ Mammino’s Eisfabrik, eher ein kleiner Eisladen, ein Eis aus dem Sortiment ausgefallener Geschmacksrichtungen gegoennt. Mein gewoehnliches Erdbeer-Eis fiel da gegen Peanut- und Kaffee-Eis mit allem Drum und Dran schon eher aus der Reihe.

Zurueck in Hervey gab es nach dem Dinner wieder einen lustigen Abend mit Goon , ohne Trival Pursuit, dafuer aber mit ein paar Varianten kurzweiliger Kartenspiele.

Am 3. Tag kam dann das Highlight: ein Tagestrip nach Fraser Island fuer 169$. Wir wurden morgens gegen 7 Uhr vom Hostel abgeholt und zur Faehre gefahren. In der Bucht zwischen dem Festland und Fraser sollen sich in der Saision von Juli bis Oktober auch viele Wale herumtreiben. Leider hatte sich mitten im Juni noch kein Wal hier hin verirrt.

Angekommen auf Fraser wurde man auf die geländefähigen Busse (basierend auf deutscher Militärtechnik 🙂 ) aufgeteilt und dann ging es auch schon los. Fraser ist die größte Sand-Insel der Welt und knapp 150km lang. Enstanden ist sie wohl dadurch, dass über ein paar Millönchen von Jahren Sand von den südlicheren Teilen der Ostküste Sand angespült wurde und dafür, dass die Insel wirklich nur aus Sand besteht, wächst eine Menge darauf. Innerhalb von einigen hundert Metern wechselt man zwischen normalem Laubwald zu Nadelwald um dann mitten im Regenwald zu stehen. An der Ostküste ging mit unserem Bus auf den Strand, auf dem dann mit 80km/h geheizt wurde. Auch hier hat sich das recht komische Wetter der letzten Monate bemerkbar gemacht und einiges an Strand wurde weggespült, so dass man mittlerweile an einigen Stellen den Strand umfahren muss.

Ab und an sieht man auf der Fahrt wohl Dingos und seltener auch Delfine und Wale. Nachdem ein Dingo direkt 2m neben unserem Bus Fischreste von Anglern ausgebuddelt hat, habe ich kurz danach einen Wal gesehen. Anders kann ich mir die Fontäne und das riesige Ding, was anschließend ordentlich ins Wasser geplatscht ist, nicht erklären… 🙂

Eli Creek

Eli Creek

Der erste Stopp war bei Eli Creek, einem kleinen Fluss der vom Inneren der Insel hier über den Strand ins Meer fließt. Man fühlt sich sofort wie mitten im tiefsten Regenwald und wir haben uns es natürlich nicht nehmen lassen durch den Fluss zurück zum Strand zu waten. Danach ging es weiter zur nächsten Attraktion, den „coloured sands“. Sind Felsformationen die aufgrund ihrer Zusammensetzung in den verschiedensten Farben leuchten. War jetzt nicht allzu spannend, also gleich weiter zum Nächsten 🙂 das war dann das Schiffswrack der S.S. Maheno, die 1935 hier in einem Sturm auf Grund gelaufen ist. Eigentlich sollte das Schiff nach Asien zur Verschrottung geschleppt werden, aber ich denke dafür gab es im Endeffekt keine Abwrackprämie. Sieht hier aber echt beeindruckend aus und macht sich gut als Attraktion 🙂 na ja… 1o Minuten staunen, Fotos und weiter ging’s zur Hauptattraktion, Lake McKenzie!

Shipwreck

Shipwreck

Lake McKenzie ist ein See ohne natürlich Zu- & Abfluss, der nur durch Regenwasser gespeist wird und einen Strand fast so weiß wie Whitehaven Beach hat. Der Anblick war wirklich beeindruckend und es war wirklich Schade, dass man auf der 1-Day-Tour hier nur ca. 45 Minuten hat und die ganzen Tour-Gruppen hier anscheinend zur gleichen Zeit ankommen. Trotz eisigen 18°C habe ich es mir aber nicht nehmen lassen in dem glasklaren Wasser etwas zu schwimmen… Herrlich für 5 Minuten… 🙂

Lake McKenzie

Lake McKenzie

Nach diesem Highlight ging es dann zum letzten Stopp, einem kleinen Spaziergang durch Frasers Regenwald. Was sich auf Fraser auf kleinstem Platz an unterschiedlichen Sachen entdecken lässt ist schon sehr beeindruckend. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Insel nur aus Sand besteht und man sich dann fragt, wie dort überhaupt etwas wachsen kann und dann gleich ein Regenwald… oder wie dort überhaupt ein See bestehen kann…

Sunset

Sunset

Dann ging es aber auch schon wieder zurück zur Fähre und auf dieser direkt in den Sonnenuntergang zurück auf’s Festland, ein weiteres Highlight, dass zumindest bei uns einfach so dabei war. Nache diesem herrlichen, erlebnisreichen Tag sollte es am nächsten Tag dann auch leider schon wieder zurück nach Brissie gehen. Natürlich nicht ohne einen Abstecher zu einem weiteren herrlichen Strand unterzubringen… 🙂 Also ging es nach und zum Rainbow Beach vor der Südspitze Frasers. Nach ein paar Stunden in der prallen Wintersonne an diesem schönen Strand, siegte dann doch der etwas kühlere Wind über die Sonne und so entschieden wir, uns auf die Suche nach etwas Essbarem zu machen. Fündig wurden wir bei einem Restaurant, in dem ein Gast gerade einen sehr schmackhaft aussehenden und riesigen Burger verspeiste. Das musste der angepriesene Premium Gourmet-Burger für 12$ inkl. Coke sein, den wir dann auch alle bestellten. Ich fiel mit Hühnchen mal wieder aus der Reihe, die Mädels bestellten alle die Fisch-Variante. Der vermutete Premium-Burger des anderen Gasts stellte sich dann aber als „normale“ Variante heraus und wir bekamen einen sogar gesund aussehenden Riesen-Burger im Giabatta-Brot mit viel Salat, Gemüse und dazu Pommes!! Die 12$ haben sich auf alle Fälle gelohnt 🙂

Premium Burger

Premium Burger

Danach ging es dann aber doch direkt und relativ unspektakulär zurück nach Brissie…





Blue Mountains off the track

18 06 2009

Am letzten Tag vor der Abreise zurück nach Brisbane haben wir uns dann doch daz entschieden nicht Sydney weiter zu erkunden, was bestimmt auch noch ein paar weitere Tage ohne auch nur den Hauch von Langeweile möglich gewesen wäre, sondern unsere nicht vorhandenen Wanderschuhe in die westlich gelegenen Blue Mountains zu führen. Für günstige 50$ p.P. kann man ein Tagesticket kaufen, dass einen mit dem Zug in die Blue Mountains bringt und dort vor Ort dann die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel ermöglicht. Tja… günstig ist anders, wenn man, wie wir, Wanderschuhe hat. Also ging’s mit einem normalen Return-Ticket für diesmal wirklich günstige 17$ auf nach  Katoomba, einer kleinen Stadt mitten in den Blue Mountains, die wie Airlie Beach für die Whitsunday’s oder Hervey Bay für Fraser Island, als Ausgangspunkt für fast alle Besucher her halten muss.

Da der Tag ja gut genutzt werden wollte, ging es noch vor 8 Uhr vom Hostel aus los um den Zug gegen halb 9 nach Katoomba zu nehmen. Im nachhinein sollte man sich vielleicht doch sogar noch eine Stunde früher auf die Beine machen um genug Zeit für alles zu haben.

Die Fahrt mit dem Zug dauerte knapp 2 Stunden. Katoomba ist, wie erwartet, ein kleines verschlafenes Nest, dessen Bahnhof einfach nur als Ausgangspunkt genutzt wird. Es kann aber auch sein, dass mein Blickwinkel da durch meine lebenslange Berlin-Erfahrung etwas eingeschränkt ist, denn Katoomba ist auch die größte Stadt in den Blue Mountains.

Da wir uns gegen die lokalen Verkehrsmittel und für die gute, alte Art der Fortbewegung, nämlich Wandern, entschieden haben, ging es auch gleich los zur Station der „Scenic World“, einer Art „Bergstation“ mit 3 verschiedenen Attraktionen. Begonnen haben wir mit dem Scenic Railway, einer der steilsten Bergbahnen die es wohl geben soll. Da die Strecke nur 450m lang ist dauert die Fahrt auch nur ca. 2-3 Minuten. Manchmal musste man schon etwas Angst haben und hat sich gefühlt, als würde man jeden Augenblick nach vorne aus dem Zug fallen.

Scenic Railway

Scenic Railway

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Scenic Railway

Unten angekommen gab es dann die Wahl zwischen dem „Scenic Walkway“ (ja, da war alles Scenic und dufte und was nicht noch alles) und einem kleinen Trampelpfad. Da unsere Schuhe sich auch endlich offiziell Wanderschuhe nennen wollten, haben sie uns natürlich auf dem Trampelpfad gelotst. Der Walkway ist eine Art Steg, der einen durch den dichten Wald der Blue Mountains führt und ab und an mit kleinen Info-Tafeln noch ein bisschen die Umgebung erklärt. Also was für Stubenhocker… 🙂

Der Trampelpfad war auf einer kleinen Karte sogar offiziell als Wanderweg angegeben, auch wenn nur ein kleines Stück vom Anfang und Ende eingezeichnet war. Wer sich noch nicht ganz sicher war, ob er sich eher zu den Stubenhockern zählen sollte oder nicht, wurde gleich nach 200m auf die Probe gestellt. Umgefallene Bäume werden hier nicht weggeräumt. Wenn die Betreiber (oder wer auch immer) Lust haben, dann wird vielleicht ne kleine Kerbe in den Stamm gesägt, die dann als Trittbrett wenigstens für etwas Halt sorgen soll.

off the track

off the track

Da wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten, was uns auf dem restlichen „offiziellen Wanderweg“ noch erwartet und der ein oder andere Baum oder Felsbrocken auf dem Weg mich noch nicht aus der Ruhe gebracht haben, wurde ich dann doch etwas ungeduldig und musste unbedingt abseits des Weges einen kleinen Steilhang hochklettern. So und so ragen in den Blue Mountains die meisten Berge im 90° Winkel gen Himmel. Normale Anstiege sind hier eher selten zu finden. Da ich nun mal eine Felswand gefunden hatten, die wenigstens von ein bisschen Geröll und Erde umgeben war, so dass das Hochklettern überhaupt möglich war, musste ich dort wie gesagt, sofort hoch. Belohnt wurde man mit einer herrlichen Aussicht… oder Dank 50m Sichtweite wegen Nebel/Wolken auch nicht. Es war trotzdem extrem eindrucksvoll am Rand eines dieser Felsen zu stehen und auf unseren Trampelpfad ca. 40m unter uns zu schauen. Nach diesem kleinen Ausflug ging es zurück auf den Trampelpfad und nach spätestens 1km dreht wahrscheinlich jeder um, der sich auch nur tendenziell minimal zum Stubenhocker hingezogen fühlt. Der Weg wurde von kleinen Eisenstangen, die farbig markiert waren, markiert und manchmal musste man diese Stangen schon mal für 2 Minuten suchen, obwohl sie manchmal sogar alle 20-30m von einander entfernt standen. Ab und an hat man diese Markierungen auch schnell gefunden, dann aber seine 2 Minuten damit verbracht, zu überlegen, ob das jetzt wirklich die nächste Markierung ist und die Parkverwaltung das wirklich ernst meint. Klettern, springen, durch kleine Lücken zwischen zwei Felswänden gehen… alles war dabei.

Blue Mountains

Blue Mountains

Belohnt wurde man mit den wahrscheinlich besten Ausblicken und einer Atemberaubenden Landschaft, die vom „Scenic Walkway“ nicht mal zu erahnen ist. Die Landschaft wechselte mehrmals und meistens komplett innerhalb von wenigen Metern. So bin ich im dichten Blätter-Wald im Stil von Mittel- Südeuropa gestartet, durch eine zerklüftete Felslandschaft gekommen um dann fast in einer Art Regenwald zu stehen und direkt wieder zurück zum europäischen Wald zu kommen.

Leider haben wir auf Grund der abenteuerlichen Streckenführung nicht die ganze Strecke geschafft und mussten nach der Hälfte umkehren um nicht zu riskieren die Nacht in den Blue Mountains zu verbringen. Also ging es fix den „Wanderweg“ wieder zurück, diesmal ohne Abstecher abseits der Strecke und auf dem Walkway dann zum „Scenic Cableway“, einer Seilbahn, die neben dem „Scenic Railway“ wieder hoch zur Station führt und einen Überblick über die Strecke von oben bietet. Danach wurde dann auch gleich von der Station aus die letzte Attraktion mitgenommen, der „Scenic Skyway“, der über eine Schlucht führt und einen herrlichen und atemberaubenden Blick über Teile der Blue Mountains und vor allem auf die Katoomba Falls erlaubt. Wie in Australien schon für BBQ’s üblich sind in den Blue Mountains an fast jedem nur erdenklichen strategisch wichtigen Punkt so genannte „Point Lookout’s“, also Aussichtsplattformen. So auch direkt nach der Seilbahn wo man den Ausblick dann auch etwas länger und in aller Ruhe genießen konnte. Sehr eindrucksvoll waren auch die Wetterbedingungen. Innerhalb von 30 Sekunden wechselte es manchmal zwischen herrlich weiter Sicht und 50m Sichtweite und sehr oft brauchte man auch nur die Hand auszustrecken um mal ein bisschen Wolke durch die Finger hindurchwehen zu lassen.

Wolken auf Tuchfühlung

Wolken auf Tuchfühlung

Da es mittlerweile schon halb 4 war und es in Australien immer ein bisschen früher dunkel wird, musste es nun ganz schnell zu den „Three Sisters“ gehen, die bekannteste Felsformation von 3 in die Höhe ragenden „Felsstangen“ der Blue Mountains. Warum es gerade Schwestern sind und nicht Brüder, konnte ich leider nicht herausfinden. Jedenfalls deutet nichts auf Schwestern hin ☺ Wie so oft steckt auch hinter diesem Namen eine Geschichte, aber das würde  jetzt zu lange dauern ☺ auf Anfrage von viiiiiielen Leuten, kann ich das ja irgendwann mal nachholen.

Wie gesagt… auf zu den „Three Sisters“. Der Weg dahin war, obwohl ordentlich angelegt und nicht nur ein Trampelpfad, wegen Regen und etwas Überflutung auch wieder mal abenteuerlich. Aber was konnte uns nach der ersten Strecke schon noch schocken. In Rekordzeit wurde also diese Strecke gemeistert um dann rechtzeitig noch vor den letzten Sonnenstrahlen den Ausblick zu genießen, Millionen von Fotos zu machen und sogar noch auf einen der 3 Felsen zu gehen. Das war über eine kleine, ziemlich wacklig anmutende Brücke möglich und auf dem Felsen hatte man sogar eine kleine Bank um sich mal etwas auszuruhen.

Three Sisters

Three Sisters

One of the Three Sisters

One of the Three Sisters

Danach wurde es dann auch schon so langsam dunkel und der Rückweg wurde angetreten. Immerhin bedeuten 2 Stunden Hinweg auch, dass es ne Weile dauern könnte, bis man wieder zurück ist. Und natürlich wurde der stündlich fahrende Zug nach Sydney auch um ca. 5 Minuten verpasst. Kein Zuckerschlecken bei knapp unter 10°C in den Bergen. Nach knapp 1h Wartezeit und 2 weiteren im Zug kamen wir dann zwar total erschöpft, aber um atemberaubende Aussichten und Eindrücke reicher wieder in Sydney an. Die Schuhe leben sogar noch 🙂





Amazing Sydney!! Australia’s best…

7 06 2009

Mein Trip nach Sydney ist ja nun schon eine Weile geplant gewesen und am letzten Wochenende war es dann endlich soweit. Schon am Freitag wurden, mit frühem Aufstehen und ackern für die Assignments und anschließendem Lernen für die Klausur am Abend, die Voraussetzungen für ein paar entspannte und gleichermaßen aufregende Tage in Sydney geschaffen. Direkt nach der Klausur ging es auch gleich zur „Cocktail-Party“ nach Westend. Es ist mir zwar auch neu, dass oller Goon, gemixt mit komischem Goon nen Cocktail ergibt, aber man lässt sich ja gerne beraten.

Cocktail Party

Cocktail Party

Die Party war echt gut, vor allem Tanja und Christian, zwei aus dem schönen Swine-Flu-Land, die vorher noch auf einer Clown-Party zugegen waren und direkt von dieser in voller Montur zur Cocktail-Party gekommen sind, haben die ganze Sache noch mal ordentlich aufgepeppt. Gegen 3 Uhr morgens ging es dann auch auf den Heimweg, immerhin war ja gegen 6 Uhr der Zug zum Flughafen zu nehmen.

Mexican pan cake @ Pancake Manor

Mexican pan cake @ Pancake Manor

Mit einem kleinen Umweg zum Pancake Manor, einem sehr empfehlenswerten 24h Pfannkuchen-Bistro/Restaurant, war ich dann auch glatt gegen 5.15 Uhr in Paddington angekommen… das ließ mir noch Spielraum für 10 Minuten vor’m Flimmerkasten, bevor es dann auf zum Bahnhof ging. An der Roma Station ist mir dann auch Tanja, diesmal nicht im Clowns-Kostüm, dafür mit genauso wenig Schlaf, noch mal über den Weg gelaufen, die gerade auf dem Weg nach Byron Bay zum SkyDive unterwegs war.

Am Flughafen verlief alles sehr reibungslos. VirginBlue fliegt so ziemlich alle 30 Minuten von Brisbane nach Sydney und da wir zu früh am Flughafen waren, wurden wir gleich gefragt, ob wir nicht einen Flieger früher nehmen wollen. Bedeutet natürlich weniger gegammel am Flughafen und mehr in Sydney…

Nach 1 ½ Stunden Flug, immer noch keinem Schlaf und eigentlich auch keinen Plan, was man in Sydney überhaupt und dann auch noch zuerst machen sollte, waren wir endlich angekommen.

Erstmal ging es in Hostel im Stadtteil „Kings Cross“. Wenn man einfach Hostel nach Preis-/Leistungsverhältnis bucht ohne auf irgendetwas anderes zu achten, kann es dann auch schon mal passieren, dass man im Rotlichtviertel landet… ☺ Tagsüber aber sehr beschaulich, mit vielen kleinen Imbissbuden und Shops von denen auch nicht alle „Erwachsenen-Spielzeug“ verkaufen.
Auf Tipps von Freunden ging es nach erholsamen 20 Minuten im Hostel-Zimmer im „Eva’s Backpackers“, einem anscheinend von Deutschen eingenommenen Hostel, gleich mit der Sightseeing-Tour los und zwar nach Darlinghurst und Paddington, einer Art Szene-Bezirke Sydney’s mit vielen kleinen Shops, alten Häusern und einer lebendigen Schwulen- und Lesben-Szene, wie wir schnell feststellen konnten. Unser Ziel war aber der Paddington Market, auf dem an jedem Samstag haufenweise Krimskrams, wie z.B. Klamotten, Bilder, Cremes und was nicht sonst noch alles, angeboten werden. Ich habe mich dann doch eher daran gehalten mir meinen Weg durch die asiatische Küche zu bahnen, was dort auch sehr gut möglich war.

Paddington Reservoir

Paddington Reservoir

Auf dem Rückweg vom Markt zum Hostel sind wir dann auf das „Paddington Reservoir“ gestoßen, einem alten Industriegemäuer, das halb abgetragen ist. In diesem Gemäuer wurde dann eine Art Garten angelegt und das ganze sieht wirklich beeindruckend aus. Wenn man also in der Nähe ist, sollte man diesen Ort unbedingt mitnehmen.

Nachdem es spannend in Sydney angefangen hat, ging es dann auch gleich noch spannender weiter. Das Sydney Opera House stand gleich am ersten Abend auf dem Programm. Und zwar nicht nur tourist-like „Hin, Fotos, weg“ sondern mit dem Konzert „A Tribute to Louis Armstrong“ waren gleich der große Konzertsaal, James Morrison und das Sydney Symphony Orchestra mit dabei. Natürlich hat aber alles mit Fotos angefangen. Der Plan von Kings Cross zum Opera House zu laufen wurde gleich mal durch einen heftigen Regenschauer durchkreuzt. Also ging’s gemütlich mit dem Taxi los. Am Opera House angekommen ist man sofort beeindruckt. Das Gebäude an sich ist schon beeindruckend und zudem wurde es auch noch von beiden Seiten beleuchtet. Und wem das noch nicht genug ist, der braucht seinen Kopf nur ein bisschen zu drehen um das Stahlmonster „Harbor Bridge“ zu sehen. Auch Sydney’s CBD macht bei Nacht einiges her.

Sydney Opera House - Concert Hall

Sydney Opera House - Concert Hall

Nach unzähligen Fotos ging dann gegen 20 Uhr auch das Konzert los. Der Konzertsaal ist sehr groß und man ist sofort wieder beeindruckt. Das passiert einem in Sydney aber so und so öfter und man muss aufpassen nicht in asiatische … zu verfallen und mit lauten „Aaahhh’s“ und „Oohhh’s“ durch die Stadt zu laufen. James Morrison, ein berühmter australischer Jazz-Musiker, spielte Trompete und Klavier und wurde von einem Gitarrenspieler, einem Bassisten, einem Drummer, dem gesamten Sydney Symphony Orchestra und ab und an von Emma Pask, einer australischen Jazz-Sängerin und Entdeckung von James Morrison, begleitet. Höhepunkte waren die wirklich sehr guten Performances der Musiker, die einige der besten Songs von Louis Armstrong zum Besten gaben und die Geschichten über Louis Armstrong zwischendurch. Anhand von einem Song wurde eindrucksvoll gezeigt, dass Louis Armstrong sehr gerne alte Musik mit Jazz-Elementen aufgepeppt hat um daraus Welthits zu machen. Und was bietet sich da besser an als deutsche Marsch-Musik. Es ist schon ein bisschen komisch im Sydney Opera House bei einem Jazz-Konzert auf einmal deutsche Marschmusik zu hören, aber es war auch beeindruckend, wie durch kleine Änderungen am Tempo, einer anderen, lockeren Art die Trompete zu spielen und Bass, Drums und Gitarre hinzuzufügen, auf einmal Jazz-Musik daraus wird. Die letzte Zugabe von James Morrison war aber das erstaunlichste. Inmitten von über 50 Musikern mit all den unterschiedlichen Instrumenten wollte James Morrison dann beweisen, dass „less is more“ manchmal stimmt. So spielte er einen Song ganz alleine ohne die Unterstützung irgendeines anderen Musikers. In der einen Hand die Trompete, mit der anderen am Piano und beide Instrumente gleichzeitig gespielt. Und die meiste Zeit hat man nicht glauben können, dass es gerade eine One-Man-Show warm die einem da gerade geboten wurde.

Genug vom Sydney Opera House. Da ich ja erst seit knapp 38 Stunden wach war konnte ja noch nicht Schluss sein. Also ging es ab in Ivy’s, anscheinend einer der In-Clubs in Sydney’s CBD zur Zeit. Die Location war echt sehr gut und, anders als auf Brisbane’s Partys, wurde die meiste Zeit auch einigermaßen ordentliche und aktuelle Musik gespielt. Nach 4 Stunden dort sollte sich der Weg zum Hostel noch mal schwierig gestalten. Es war absolut kein Problem ein Taxi zu finden. Aber sobald man durch die wenig geöffnete Seitenscheibe erwähnt hat, dass man nach Kings Cross will, wurde diese schnell geschlossen und das Taxi fuhr ohne weitere Erklärungen weg. Und wenn das dann mit den nächsten 5 Taxen ähnlich abläuft fragt man sich doch kurz, ob der Rotlicht-Bezirk die richtige Wahl für das Hostel war ☺

Der nächste Tag war dann wieder für Sightseeing reserviert. Der Botanical Garden stand als erstes auf dem Programm und ist sehr empfehlenswert. Vor allem weil man von hieraus eine perfekte Sicht auf das Sydney Opera House und die Harbor Bridge hat. Danach ging es noch mal zum Opera House bei Tag und anschließend über die Harbor Bridge nach North Sydney. Neben spektakulären Aussichten auf Sydney und das Opera House von der Harbor Bridge aus, ist in North Sydney aber auch nicht so viel los. Also ging es von hier aus per Fähre zurück zum CBD.

Harbor Bridge & Opera House

Harbor Bridge & Opera House

Tag 3 in Sydney sollte von Stränden dominiert werden, auch wenn es mit knappen 15°C und ab und an nem Regenschauer nicht gerade das Wetter dazu war. Wieder mal auf Grund eines Tipps haben wir Manly links liegen gelassen und sind lieber nach Watsons Bay mit der Fähre gefahren. Manly und Watsons Bay liegen jeweils auf einer Seite am Eingang der Sydney Cove. Watsons Bay erinnert einen gleich nach der Ankunft and die 60-70’er Jahre in Amerika. Die Häuser sehen ähnlich aus und die ganze ruhige, verschlafene Atmosphäre erinnert einen an eine amerikanische Kleinstadt aus dieser Zeit. Das ändert sich aber sofort nach ein paar Metern und man steht inmitten von teuren Villen und großen Autos. In der Hoffnung von der Cove-Seite auf die Atlantik-Seite zu gelangen und von dort aus dann nach Bondi Beach zu schlendern, gingen wir zur Spitze der Halbinsel. Wir wurden enttäuscht, was durchschlendern zum Bondi Beach anging: irgendein Militärkomplex machte es unmöglich an der Atlantikseite wieder von der Halbinsel runter zu kommen. Dafür bekamen wir aber umso mehr an der Spitze geboten. Dort war zum einen ein „Heritage Track“, also eine Art Naturschutz-Park und eine wunderbare und einfach nur atemberaubende Aussicht auf die Sydney Cove. Das ganze wurde dann noch versüßt durch eine herrliche Klippenlandschaft. Man konnte dort einfach mal die Beine von einem Klippenvorsprung baumeln lassen und beobachten, wie 50 Meter unter den Füßen die Wellen an den Klippen brachen. Im Endeffekt waren wir froh den Touristenort Manly ausgelassen und uns lieber diese beeindruckende Gegend angesehen zu haben.

Watsons Bay Cliffs

Watsons Bay Cliffs

Nächste Station war Bondi Beach, der berühmteste Strand Sydneys. Bei bewölktem Himmel sieht dieser nicht soooo beeindruckend aus, aber die Vorteile eines solchen Strandes in der Nähe einer Großstadt sind schon nicht von der Hand zu weisen. Da es das Wetter wie gesagt nicht her gab haben wir auch nur ein paar Fotos, nach dem Motto „ich war hier“ gemacht und sind nach einem kleinen Apfelstrudel aus einer Bäckerei in der Nähe des Strandes wieder zurück zum Hostel. Den Abend haben wir dann beim Inder ausklingen lassen. Und wenn man schon mal mit Asiaten unterwegs ist, macht man das dann gleich Standesgemäß und isst alles mit Fingern. War auf alle Fälle eine lustige Erfahrung und gar nicht mal eine große Sauerei, wie ich ja zuerst befürchtet hatte.

Bondi Beach

Bondi Beach

Am letzten Tag ging es dann in die Blue Mountains. Dafür lohnt sich aber ein eigener Artikel der bestimmt bald folgen wird.





Brissie… BrisVegas… Dorf mit Hochhäusern… oder einfach nur Brisbane

22 05 2009

Meine ersten (und mittlerweile zweiten, dritten, xxxten) Eindrücke von Brisbane waren und sind immer noch sehr gut. Die Stadt hat „nur“ ca. 1,8 Mio. Einwohner (was ja bei einer Gesamtbevölkerung von 20 Mio. schon nen beachtlicher Anteil ist) und ist dabei flächenmäßig um einiges größer als Berlin. Wie Manhattan in klein sieht der CBD, der Central Business District aus, der sicher innerhalb einer Schlängelung (gibt’s das Wort?? Word meckert gar nicht) in der Mitte der Stadt befindet. Dort stehen Hochhäuser neben alten Häusern aus Kolonialzeit, was wirklich ein sehr schönes Bild abgibt.

Brisbane bei Nacht vom KP

Brisbane bei Nacht vom KP

Ansonsten ist es außerhalb des CBD’s schwer überhaupt größere Mehrfamilienhäuser zu finden. Auch wird hier nicht der Boden geebnet bevor gebaut wird, sondern wenn der Acker halt aussieht wie Kraut und Rüben dann wird das Haus einfach mal auf Stelzen gesetzt. Und das was unterm Haus ist, ist dann halt Keller… macht nichts, dass da keine Wände drum rum sind. Und wenn außen schon so fachmännisch zu werke gegangen wird, warum dann innen die Präzision  und das Geschick vernachlässigen… man muss sich erstens keine Gedanken um Kleinvieh in seinem Zimmer machen. Es ist einfach da!! Und wenn man mal ne Kakerlake durch den fiesen großen Spalt unter seiner Tür ins eigene Zimmer rennen sieht und die dann dort aber nicht mehr finden kann… diese Spalten sind auch ab und zu zwischen Boden und Wand und die mit Klebeband verschlossenen Löcher im Boden (zum Keller ☺) bieten dem Kleinvieh genug Möglichkeiten zur Flucht… wenn sie denn nicht genauso überrascht werden wie ich von ihnen…

Eines Tages wollte ich doch glatt mal wieder den ungeliebten Tätigkeiten, die das Leben ohne Mama so mit sich bringt, nachgehen und im „Keller“ Wäsche waschen. Alles kein Problem… gewaschene Wäsche raus, aufgehängt, dreckige Wäsche rein, Waschmaschine anschmeißen und raus aus’m Keller… ach ja… Licht ausmachen nicht vergessen… ca. 1 ½ µ-Meter vorm Lichtschalter fällt mir dann was komisches auf… bisher war der Schalter nämlich noch nie so flauschig… Ungefähr genauso erschrocken wie ich guckt mich also nen Possum mit weit aufgerissenen Augen an und wir zocken ne Runde „Wer blinzelt verliert“… tja… die Runde hab ich wohl verloren… zum Glück hatten wir um nichts gewettet :-)Possum

So… weiter zum Haus: es ist im Queenslander-Stil gebaut und dadurch, das diese jetzt unter Denkmalschutz stehen, dürfen die zumindest von Außen nicht mehr verändert werden. Wenn ich mir unser so angucke, wurde es ne Weile auch von Innen nicht mehr den Gegebenheiten des neuen Zeitalters angepasst. Wir haben mit unserem Haus aber noch Glück gehabt… wie schon vorher beschrieben, gibt es weitaus schlimmere Bruchbuden.





Suche Hundehütte ohne Fenster so teuer wie möglich… ahh… so viele Angebote…

22 05 2009

In dieser Zeit durfte ich mich dann auch auf die Suche nach einem Zimmer machen. Nicht nur, dass das Wetter schon dazu beigetragen hat, dass die Stimmung nicht gerade am Kochen war, nein, die Zimmer für Studenten waren zudem auch noch ein Augenschmaus und schon für schmales Geld zu haben… oder anders herum…

Meistens habe ich mir Zimmer mit dem Charme und der Reinlichkeit einer Hundehütte angesehen… Nur das Hunde meist keine 200$AUS pro Woche bezahlen, sich dafür aber der Napf meistens von selber füllt. Das war bei den Hütten, die ich mir angesehen habe, noch nicht mal dabei. So wurden aus den geplanten 5 Nächten nach einem kleinen Umzug ins nächste Hostel ganz schnell mal ein paar mehr. Man ging mittlerweile auch zu Zimmerbesichtigungen, bei denen man sich eigentlich sicher war, dass man das Zimmer eigentlich nur im Notfall nehmen würde. Zum Beispiel, weil es ganz weit ab vom Schuss ist und auch noch die 60-jährigen Eltern der Vermieterin im Haus wohnen…

Our Queenslander home

Our Queenslander home

Wie es der Zufall so wollte, war diese Besichtigung dann doch die Tür zum Eigenheim auf Mietbasis. Bei der Besichtigung traf ich einen weiteren Deutschen, den ich schon von der Einführungsveranstaltung der QUT kannte, und eine Französin, die aus ihrem Frankreichurlaub zurück kam um hier ihr letztes Jahr bis zum Master zu verbringen. Jedenfalls zeigte uns die Vermieterin dann noch ein Haus, dass sie nur komplett an eine Gruppe vermieten wollte. Und da drei Leute eine Gruppe darstellen, kamen wir halt in den Genuss uns dieses Queenslander-Prachtstück anzusehen. Nach deutschen Maßstäben vielleicht keine Hundehütte, aber auch noch kein richtiges Haus ☺ nachdem man aber ein paar Studentenbuden hier drüben gesehen hat, schien es wie ein Luxusappartement. Also wurde schnell durchgerechnet, ob es sich auch jeder leisten kann (was eigentlich größtenteils verneint wurde), noch mal ne Nacht drüber geschlafen und am nächsten Tag bei einem Bierchen besiegelt, dass wir es nehmen.





Traumstrand inklusive (unter anderem…)

15 05 2009

Was machen während des Easter-Breaks??

Das stand für mich dann doch relativ schnell fest: ab zu den Whitsundays. Die Whitsunday Island die größte Insel in einer Region mit 73 weiteren Inseln am südlichen Anfang des Great Barrier Reefs, eines der zahlreichen Weltwunder, die Australien so zu bieten hat. Dort sollte dann auch gleich der Tauchschein gemacht werden, wenn man mal schon irgendwo ist, wo es auch gleich haufenweise Spektakuläres zu sehen gibt. Also… gleich mal den Tauchkurs und Unterkunft nen paar Wochen im Vorausgebucht. Um alles andere kann man sich ja dann später noch kümmern.

Sunlander Train

Der Ausgangspunkt für so ziemlich alle Aktivitäten in dieser Gegend ist Airlie Beach. Hier sind auch die meisten Hotels/Hostels und auch ich sollte hier in einem Hostel untergebracht werden. Um dorthin zu kommen standen Mietauto, Flugzeug und Zug zur Verfügung. Da ich mich relativ spät drum gekümmert habe, fiel ein Flug schon mal weg: zu teuer. Auto war auch nicht gerade günstig, versprach aber einiges an Freiheit vor Ort. Letztendlich wurde es dann doch die „günstigste“ Variante: der Zug. Da gibt es hier zwei verschiedene, die an der Ostküste entlang juckeln. Ich habe dann den Tilt-Train gebucht, eine Art „Schnellzug“, aber auch nur für australische Verhältnisse: geplante 15 Stunden für 900km sind alles, aber nicht schnell. Am Tag vor der Abreise rief dann auch jemand von der Bahngesellschaft bei mir an. Ich hätte ein Upgrade von meinem Business-Schlafsessel auf eine FirstClass-Schlafkabine bekommen. Toll, dachte ich… endlich mal auch ein Upgrade für lau. Danach kam dann noch der kleine Hinweis, dass der Zug nicht von Brisbane aus starten soll, sondern erst ein Transfer per Bus zu einem Ort knappe 200km nördlich von Brisbane. Und es würde auch nicht der Tilt-Train, sondern der Sunlander-Train sein. Also geplante 18 anstelle der 13 Stunden. Aber was soll’s… ist ja eh der einzige Zug, der fährt. Die Schlafkabine war echt super. Die Fahrt an sich nicht so… nachdem ich Freitag 18 Uhr aus Brisbane gestartet war und ich laut Reiseplan gegen 9 Uhr morgens in Airlie Beach ankommen sollte, musste ich feststellen, dass wir gegen 10 Uhr noch nicht mal in der Nähe waren. Na ja, mit knappen 7 Stunden Verspätung kam ich dann in Airlie an nur um dort festzustellen, dass das Reisecenter, über das ich Tauchschein und Unterkunft gebucht hatte, vergessen hatte, mich im Hostel einzubuchen. Macht sich gut, denn über die Osterferien ist ja die Umgebung auch nur überflutet von Urlaubern, so dass es kein einziges freies Bett in den Hosteln mehr gab. Untergekommen war ich dann in einer Art Tipi-Zelt auf einem Campingplatz in der Nähe von Airlie Beach. Es gibt schlimmeres.

Airlie Beach

Am Sonntag ging dann auch gleich der Tauchkurs los. Nachdem ich mir in dem Büro der Tauchschule eine DVD zur Sicherheit beim Tauchen angeguckt habe und noch schnell ein Foto gemacht wurde, was einem Sträflings-Foto gleichkommt, ging es auch schon auf zum Schiff, was mich die nächsten drei Tage immer zum Knuckle Reef bringen sollte… nichts mit Übungen im Pool oder so’nem Anfängerkram… gleich rein ins Meer ☺ Das Schiff war echt cool. Katamaran-ähnlich und für eine Fähre schon ziemlich groß. Das ist dann zu einem Pontoon am Knuckle Reef aufgebrochen, also einer Art Schiff, dass als ständige Plattform neben dem Riff platziert wurde. Auf dem Schiff gab’s erstmal nen kleines Frühstück. Das bekam nicht allen wirklich gut, denn die Fahrt am ersten Tag war schon sehr ruppig. Wenn man auf dem Sonnendeck stand musste man sich irgendwo festhalten, gehen war kaum möglich und selbst wenn man einfach nur fest auf beiden Beinen stand, kam es einem manchmal so vor, als würde man hochspringen, wenn das Schiff nach einer Welle mal wieder abgesackt ist. Ich fand’s sehr lustig, die Hälfte der Passagiere sah aber nicht danach aus ☺ Kurz vor Ende der Fahrt musste ich dann noch ein paar Übungen am Tauch-Equipment durchführen: die ganzen Gerätschaften zusammen- und auseinanderbauen, so als erste Theorie-Stunde.

SSI-CardSnorkeling

Auf dem Pontoon angekommen wurde erstmal geschnorchelt, da ich noch etwas Zeit hatte bis zum ersten Tauchgang. Alleine das war schon sehr beeindruckend. Aber das langweilige Gedöns jetzt mal nen bissel abgekürzt und gleich zum ersten Tauchgang. Der war echt cool. Was man beim Schnorcheln nur oberflächlich sieht endlich mal auch in seiner ganzen Pracht und von allen Seiten bestaunen. Wie so ziemlich alle wissen, hasse ich Fische und esse die nicht mal ☺ aber das hier war schon sehr beeindruckend. Ich habe Korallenriffe angefasst, Haufenweise unterschiedlichste Fische und Fischschwärme gesehen, die auch bis auf wenige Zentimeter rankamen. Ein Fisch dort am Riff, den ich leider nicht selber gesehen habe, ist auch ungefähr so groß wie die meisten Asiaten, die in Scharen die Schnorchel- und Tauchtrips buchen. Ich habe leider nur einen Schwarm der gleichen Gattung gesehen, die vielleicht knapp über 1 Meter groß waren. Zwei meiner 6 Tauchgänge waren dann sogenannte Skills-Tauchgänge: hier wurden die für den Tauchschein nötigen Fähigkeiten vermittelt, also einstellen der sogenannten „Buoyancy“, also das Füllen der Tauchweste mit Luft, so dass man im Wasser „schwebt“, simulieren eines Ausfalls der Atemgeräte und somit das Atmen über das Sicherheitsatemgerät des Tauchpartners, Gewichtsgürtel und Schwimmweste unter Wasser an- und ablegen und Taucherbrille unter Wasser abnehmen und wieder aufsetzen. War auch sehr spannend… auch wenn’s nur simuliert ist, aber das Ausfall-Training war schon sehr spannend und ein bissel mulmig war einem auch, da man ja nicht wusste, ob der Tauchpartner die Abfolge und sein Equipment richtig im Griff hat. Die restlichen 4 Tauchgänge wurden genutzt um ein bisschen vom Riff zu sehen. Dabei konnte ich Korallen anfassen, Fische verschrecken, habe einen Seestern und eine Seegurke in der Hand gehabt (sehr komisches Gefühl) und haufenweise interessanter und komischer Meeresbewohner gesehen, darunter Rochen, diese Art von Riesenfisch und auch Fische mit Verhaltensstörung, die immer auf ca. 10cm rangeschwommen sind, um dann in Panik abzuhauen (wahrscheinlich wegen der ganzen Touristen wie mir, die sie jeden Tag zu sehen bekommen).

PontoonDiving

Ansonsten habe ich die Gegend um Airlie Beach erkundet, war im … National Park und in Shute Harbour. Abends war dann entweder ein bisschen Ruhe oder Party angesagt und da Airlie Beach der einzige Touristen- bzw. Backpacker-Ort in der Nähe ist, kann man letzteres auch jeden Tag, wenn man denn auf den üblichen 90’er-Jahre Techno und fiesen HipHop steht.
Am Freitag habe ich dann noch kurzfristig einen Segel-Trip auf der Camira, einem Segel-Katamaran, gebucht. Der Trip ging vorbei an Hook Island, wo ich ein bisschen Schnorcheln war (was aber nicht annähernd an das Knuckle Reef rankam) zum Whiteheaven Beach. Und da ist der Name Programm. Wenn man sich der Insel nähert, sieht man wirklich nur einen weißen Streifen und die Spannung steigt ins unermessliche, da man sich einen solchen Strand einfach nicht vorstellen kann. Nach dem Schnorcheln vor Hook Island wurde auf der Camira dann auch die „Bar“ eröffnet und da es ein „all inclusive“-Trip war, bestand diese aus einer Kühlbox mit Wein und Bier zum selbst bedienen ☺ Mit einem kleinen Wein in der Hand, dem Wind im Haar und der Vorfreude ging es nun also auf diesen blendend weißen Streifen zu. Und mit dem Motorboot dann endgültig zum Strand. Kaum am Strand angekommen, war man sofort überwältigt und der Whiteheaven Beach ist wirklich der mit Abstand beste Strand, den ich je gesehen habe. Da musste man sich also gleich in den Sand schmeißen und für ein paar Minuten einfach nur die Umgebung und das Wetter genießen. Nach einer Stunde im Paradies ging es dann aber auch schon wieder zurück auf die Camira und mit nem Wein in der Hand dann vorbei an Hook Island, der Insel mit dem teuersten Hotel/Resort Australiens und haufenweise Urlaubshäusern von internationalen Stars, und wieder zurück nach Airlie Beach. Obwohl, mit 139$, nicht gerade günstig, war es wohl der bisher beste Trip, den ich hier drüben gemacht habe.

Whiteheaven_CamiraWhiteheavenBeach

Am Samstag ging es dann wieder mit dem Zug zurück nach Brisbane. Viel muss man da nicht erwähnen, außer das ich diesmal nur einen Economy-Sitz hatte und der Zug auch erst mit knappen 4 Stunden Verspätung ankam.





Die Haare lang, Sonnencreme drauf und ab zum SURFCAMP

15 05 2009

Vor einer halben Ewigkeit war ich doch glatt mal im Surf Camp, denn man war ja irgendwie nicht richtig in Australien, wenn man nicht auch Surfen war. Eigentlich wollte ich ja versuchen mindestens einmal die Woche an irgendeinen Strand zu fahren um meine Surf-Skills auszubauen. Leider hat die Uni ein wirksames Mittel dagegen: Assessmenst… ☹

Vom 20-22 März war’s dann aber so weit. Ein ganzes Wochenende nur surfen. Und zwar am Arrawarra Beach, knappe 6 Stunden Busfahrt entfernt, in New South Wales und in der nächsten Zeitzone… also für australische Verhältnisse um die Ecke.

ArrawarraBeach

Nachdem es 19 Uhr losgehen sollte, kurz nach 20 Uhr in Brisbane losging und wir nach diversen Verzögerungen dann doch gegen 2 Uhr Nachts dort ankamen, waren wir natürlich erstmal zu platt um auf große Erkundungstour zu gehen. Außerdem war es zu dunkel um überhaupt irgendwas zu sehen. Mein Versuch den Strand zu finden scheiterte auch an den mangelnden Lichtverhältnissen. Das einzige Licht kam von diversen Sternenwolken der Milchstraße, also herrliche Bedingungen für Sternegucker. Die Brandungsgeräusche des Meeres waren auch wenig hilfreich… irgendwie kamen die von fast allen Seiten, der Weg dorthin aber meist von Bäumen und sumpfähnlichem Gelände versperrt.

SpotX_Cabins

Am nächsten Tag wurde mir auch relativ schnell klar, dass mein Ausflug zum Scheitern verurteilt war. Der Weg zum Strand war nur über eine kleine Brücke möglich, da unser Camp direkt zwischen zwei „Flüsschen“ und im Waldgebiet hinter dem Strand lag. Der Strand dort ist auch sehr schön, wie so ziemlich alle Strände hier. Mittlerweile kenne ich aber auch den Whiteheaven Beach, mehr dazu später, und deswegen haben sich die Einschätzungen schon wieder verschoben. Am Samstag ging’s dann auch gleich gegen 11 Uhr, nach einem sehr von der ehemaligen Kolonialmacht England beeinflusstem Frühstück, gleich zur ersten Surf-Lesson. Also erstmal schön die Theorie angehört: Surfer haben ca. 500000000000 Regeln! Regel #1: Fun, Regel #2: Spaß, Regel #3: Gaudi, …, Regel 10324325: Fun… ach ja: Regel #500000000001: Sonnenschutz, ist aber optional und auf eigene Verantwortung. Zum Surfen an sich ist nicht viel zu sagen. Der Praxisteil des Theorieunterrichts (ist so was überhaupt möglich) besteht aus ziemlich bekloppt aussehenden Trockenübungen am Strand: Paddeln und dann aufrichten. Was am Strand ohne Wellen und schaukelndem Board noch einigermaßen gut klappt, wird dann im Wasser natürlich zur Herausforderung. Nach ca. 10 Minuten Regelkunde und 10 weiteren Minuten praktischer Theorie am Strand geht’s dann auch schon ins Wasser. Und da stellt sich schnell raus, dass der Theorieunterricht so einiges verschweigt:

Rauspaddeln gegen die Wellen zum Beispiel. Man läuft mit seinem Board also so weit ins Meer, bis man nicht mehr stehen kann und keine 10 Sekunden später kann man wieder stehen, da man von der nächstbesten Welle wieder zurück Richtung Strand gespült wurde… also auf ein Neues… das geht so ne ganze Weile, bis man endlich durch unermüdliches Paddeln und auch nen bisschen Glück die Region, in der die Wellen in Strandnähe brechen, verlassen hat. Dann heißt es in Position bringen in einem Abschnitt, in dem man vermutet, dass dort eine der nächsten Wellen etwas weiter vor dem Strand schon mal brechen könnte. Bei der Frequenz, mit dem die Wellen in Richtung Strand unterwegs sind, muss man auch nicht so lange warten. Übrigens waren dort am Arrawarra Beach die bisher größten Wellen. Zum Glück war keine Rettungswacht, sondern nur nen paar Surf-Instructor vom Camp anwesend. Denn bei der Wellenhöhe hätte kein Rettungsschwimmer jemals knapp 20 Leute auch nur in die Nähe des Meeres gelassen ☺ zum Surfen macht sich das aber sehr gut, gerade für Anfänger. Je mehr Speed man drauf hat, desto weniger beeinflussen die behäbigen Versuche sich aufzurichten die Stabilität des Boards. Und so ist es sogar mir Bewegungselefant des Öfteren gelungen, mich zumindest für Sekunden und 3-4 Mal sogar für einen Ritt über 30-50 Meter auf dem Board zu halten. Es macht wirklich enorm Spaß und ist mit langweiligem runterrodeln in diversen Skigebieten nicht zu vergleichen ☺ die Stichelei musste einfach sein…

LearnToSurfSurfing

Während des Surfcamps waren 3 Stunden Surfunterricht angedacht und eine Kajakfahrt in ein Aboriginal-Gebiet. Die Kajakfahrt habe ich dann auch am Morgen des zweiten Tages, vor der letzten Surfsession, gemacht. Erstmal mussten wir unser Kajak knappe 300 Meter durch flaches, extrem schlammiges Sumpfgebiet schieben. Durch diverse Fischarten war der Boden so durchlöchert und locker, dass man auch mal schnell bis zum Knie versunken war, wenn man nicht aufgepasst hat. Als das Wasser endlich tiefer war, konnten wir uns dann auch in der für ein Kajak vorgesehenen Weise fortbewegen… die Gegend war wirklich extrem beeindruckend. Wir sind auf einem Zwischending zwischen Fluss und See geschippert, links und rechts sah es aus wie Urwald und dieser ist auch ab und an mal aus dem Flussboden gewachsen. Soll heißen, dass manchmal die Navigation zu einer echten Herausforderung wurde, da der Platz zwischen zwei Bäumen kaum breiter war als das Kajak selbst. Und Kajak-Limbo war auch inklusive. Am Ende unserer Tour haben wir dann an einer Stelle, an der ein Seil vom einem Baum am Ufer in den See hing, einen kleinen Stopp eingelegt. Das hat einfach dazu eingeladen, sich in guter, alter Tarzan-Manier in den See zu schwingen. Das erste Mal ging’s auch ganz gut und hat riesig Spaß gemacht. Das zweite Mal wollte das Seil leider nicht so wie ich wollte und hat sich unter meinem Arm verfangen. Da hat meine Haut gegen das Jute-Seil einfach mal keine Chance gehabt. Was mich aber nicht vom dritten Sprung und der letzten Surf-Session im Meer (hat nur mal kurz gezogen, beim Reingehen, danach war man zu sehr mit Surfen beschäftigt um die Schmerzen einer offenen Wunde umspült von sehr salzigen Meerwasser zu spüren) abgehalten hat.

KajakingKajaking2

So… danach ging es dann auch schon auf den Rückweg, mit kurzem Stopp in Byron Bay, anscheinend einer der teuersten Städte in Australien. Kann ich nicht ganz nachvollziehen. Der Strand ist zwar nicht übel, aber auch nicht groß besser als der australische Standard. Und sonst ist auch nicht viel los in der Stadt. Nach zwei Stunden durch die Stadt streifen, sonnenbaden und gammeln ging es dann auch wieder zurück nach Brissie. Alles in allem ein sehr gelungenes Wochenende.