Roadtrippin‘ OZ & NZ

27 07 2009

Wie der Titel es schon andeutet wurden während dieses Trips Kilometer geschrubbt! Und zwar nicht nur im Auto, sondern auch im Flugzeug und zu Fuß… Wenn ich für das alles Vielflieger-Meilen bekommen würde, dann wäre meine nächste Weltreise schon mal gesichert!! 🙂

Angefangen hat alles in Adelaide… nein… warte… angefangen hat alles mit wenig Verständnis für die geografische Lage der Ziele, den Fakt, dass ich mich hier auf der Südhalbkugel befinde und den Jahreszeiten (ja, in Australien gibt’s auch Winter!!)! Das die hier auf der falschen Seite fahren und auch sonst einiges anders herum läuft hätte mich schon auf den ein oder anderen Denkfehler in meiner Reiseplanung hinweisen können… 🙂

Irgendwas in Adelaide

Irgendwas in Adelaide

Hat’s aber nicht und deshalb ging es während des Winters auf der Südhalbkugel gen Süden. Hört sich für Europäer erstmal gut und nach Wärme an… läuft hier aber wie gesagt etwas anders… Aber egal!

Also… angefangen hat alles mit Adelaide. Warum eigentlich Adelaide? Schöne Stadt?? Viel zu entdecken?? Ehrlich gesagt hatte ich zum Zeitpunkt der Palnung der Reise keine Ahnung von Adelaide… ich wollte unbedingt zum Uluru und Tiger Airways fliegt günstig dort hin und von dort von/nach Adelaide und Melbourne. Warum also nicht beide Städte mal sehen… 🙂

Adelaide ist eher ein großes Dorf. Nach 2-3 Stunden im CBD waren alle (eher langweiligen) Sehenswürdigkeiten abgegrast und ich habe mich das erste Mal gefragt, was ich eigentlich die restlichen 3 Tage hier noch machen soll… für Touristen ist Adelaide wirklich stinkelangweilig! Was hat also die Umgebung noch so zu bieten? Relativ viel verglichen zu Adelaide selbst. Mit dem Barrossa Valley ein Weinanbaugebiet mit Weltruf (glaub ich zumindest), aber nach einem halben Jahr Goon bin ich weit davon entfernt sowas überhaupt schätzen zu können… wie sagte Tania einmal so schön: „there are tours for friends of beer to breweries and for wine to wineries… where is the next goonery??“

Dann hätten wir noch die Nationalparks und Strände der Fleurieu Halbinsel und Kangaroo Island zu bieten… ohne Auto kommt man auf der Halbinsel aber nicht aus und nach Kangaroo Island lohnen sich nur Mehr-Tages-Trips. Dafür hatte ich dann doch nicht genug Zeit und teuer sind diese Trips auch noch… und zu guter letzt ist der Winter auch nicht unbedingt die beste Reisezeit dort hin.

Adelaide vom Mt. Lofty Summit

Adelaide vom Mt. Lofty Summit

Blieb also nur noch das „Hinterland“ um den Mount Lofty und den Cleland Wildlife Park. Das Gute an Adelaide: egal wohin man möchte, wenn es einen Bus dort hin gibt, ist man sehr günstig unterwegs. 2.60$ für eine Art 2-Stunden-Ticket ohne Zonen und Regelementierungen und den ganzen Schmu ist schon in Ordnung. Also ab in den Bus und rauf auf den Mt. Lofty, der eher ein groß geratener Hügel ist 🙂 Da ich mit meiner Reiseplanung immer verdammt viel Glück habe und alles immer zu 1000% durchdacht ist, war natürlich bei der Aussichtsplattform mit Blick über Adelaide dichtester Nebel  als ich dort ankam… Sichtweiten so um die 20m haben eher zur Einsicht verholfen, dass Aussicht was anderes ist!

Was gibt es also dort sonst noch zu tun? Der Bus war gerade weg und der nächste kommt in knapp 3 Stunden… Wandern!! Klingt gut… Es gibt tausende von Routen, aber nur 2 interessante, die in 2-3 Stunden machbar sind. Eine führt an mehreren Wasserfällen vorbei und die andere zum Cleland Wildlife Park. Als sich die Kreuzung, an der ich mich für einen der beiden Wege entscheiden musste, kam, entschied ich mich spontan für den Wildlife Park.

Koala & ich

Koala & ich

Kangaroo & ich

Kangaroo & ich

Wie sich herausstellte eine gute Entscheidung. Für 16$ Eintritt und 3$ für einen Futterbeutel bekam ich meine ersten lebendigen Kangaroos nicht nur zu sehen, nein, sie versuchten auch an meinen Beinen hochzuklettern um ans Futter zu kommen. Zum Glück waren die ausgewachsenen Exemplare etwas relaxter, denn die hätten nicht mal klettern müssen. Ich erreichte den Park auch gerade rechtzeitig zur Koala-Fütterung, was mir die Chance gab endlich mal einen Koala von Nahem zu sehen und sogar zu füttern und ein paar Fotos zu machen. Cuddling, also das Halten des Koalas hätte 30$ inklusive einem Foto gekostet. Emus und einige andere Tiere waren in dem Wildlife Park auch noch zu bewundern. Nach ca. 1 1/2 aufregenden Stunden zwischen Koalas und Kangurus machte ich mich dann wieder auf den Rückweg zur Aussichtsplattform. Immerhin wollten ja noch Fotos gemacht und der Bus erwischt werden. Beides war erfolgreich…

Hahndorf - Victoria

Hahndorf - Victoria

Von dort aus ging es dann mit dem Bus nach Hahndorf, der größten deutschen Siedlung in Victoria (oder sogar Australien, keine Ahnung… hab ich schon wieder vergessen). Ist auch nicht wirklich groß und wenn auch nur irgendjemand denkt, dass es so in Deutschland aussieht, na dann Gute Nacht… wir können uns dann in Bayern umbenennen und jeder 2. unserer Shops wäre ein Souvenirladen mit dem schlimmsten Krimskram den Bayern so zu bieten hat und es gäbe in Deutschland nur Leberkäse und Bockwurst mit Currysauce die als Currywurst feilgeboten wird… alles in allem also sehr authentisch…

Also bloß schnell wieder weg zurück ins Hostel… dort gab es dann eine willkommene Abwechslung zum bisher recht langweiligen und tristen Adelaide. Der deutsche Rezeptionist (hallo Steffen!!) überzeugte mich und 3 andere Adelaides Nachtleben zu erkunden. Das ganze endete dann in einem sehr lustigen Abend, definitiv die beste Zeit in Adelaide…

Party in Adelaide

Party in Adelaide

Am letzten Tag ging es dann zum Port Adelaide… wenn wir nicht zufällig einen Delphin im Hafenbecken entdeckt hätten, wäre dieser Ausflug auch völlig ereignislos verlaufen. Port Adelaide ist ein nicht gerade schöner und eher müffelder Industriehafen…

So… ab gings mit dem Flieger ins Outback. Einige Freunde haben die Strecke von Adelaide mit dem Zug in 24h zurueck gelegt und waren auch alle der Meinung, dass es sich lohnt. Mit dem Flugzeug sieht man zwar weniger von der Landschaft zwischendurch, dafuer geht es aber schneller und man kann sich von der fast unendlichen Weite ein phaenomenales Bild von oben machen.  Auch nicht zu verachten.

In Alice Springs angekommen habe ich dann erstmal das Mietauto abgeholt. Zu den Autovermietungen kann man nue sagen, dass man in Alice Springs von fast alles (und garantiert allen groesseren) abgezockt wird. In Alice Springs haben fast alle (alle die ich gefunden habe, aber es soll wohl zumindest eine Ausnahme geben) Autovermietungen auf einmal Kilometerbegrenzungen. Es ist klar, dass man, wenn man den Uluru und Kings Canyon sehen will, mindestens 1200-1500km zurueck legen muss. Da machen Kilometerbegrenzungen von 100km pro Tag also Sinn… nur halt nicht fuer den Mieter. Ist man dann noch unter 25 Jahren alt hat man schon fast verloren.

Nachdem ich also mein Auto, anstelle eines Hyundai Getz ein Toyota Corolla Hatch, bekommen habe, wurde noch auf eine Autoladung Freunde gewartet, die von ihrer Uluru-Tour gerade wieder in Alice Springs ankamen. Viel Zeit blieb nicht, da ich ja noch an diesem Abend am Kings Canyon ankommen wollte und zumindest nicht die ganze Strecke in völliger Dunkelheit fahren wollte. Also kurz getroffen, zusammen noch Vorräte fuer die jeweilige Weiterreise eingekauft und wieder Verabschiedet. Es kam dann noch der gute Tipp, dass ich die Ernest Giles Road zum King“s Canyon nehmen sollte. Verkürzt die Fahrzeit enorm…

Ernest-Giles-Road (good part)

Ernest-Giles-Road (good part)

Problem an der Sache: die Ernest Giles Road ist eine unbefestigte Strasse und somit offiziell tabu fuer die meisten Mietwagen. Aber mein Toyota (und vor allem die Uhrzeit) haben gebettelt… also ab rauf auf die Strasse… ausserdem waere es ja kein Outbacktrip, wenn man nicht auch mal nen bissel abseits der Strassen fahren wuerde. Nun gut… knappe 200km sind eventuell mehr als ein bisschen. Wer das Risiko wagt, wird auf alle Faelle belohnt. Das fahren ist schon extrem anspruchsvoll und man muss immer voll konzentriert sein. Auf dieser Strasse gibt es einfach alles: angefangen wird auf einem sehr festem Sand, der fast Asphalt-aehnlich ist. spaeter wird dieser dann wellig, man fuehlt sich also fuer mehrere Kilometer wie in einer verkehrsberuhigten Zone mit  diesen Huckeln alle 20cm! Hallo Stossdaempfer… Was?? Mietauto?? Dann kann ich ja noch auf 70km/h… 🙂 spaeter wird dieser Sand dann immer weicher, bis man sich fast wie im Buddelkasten fuehlt. Und wem das noch nicht reicht, dem rennen noch Kuehe und Dingos auf die Fahrbahn!! Oder der steigt kurz vor Sonnenuntergang mal aus um noch „schnell“ ein paar Fotos von dem Berg „direkt“ neben der Strasse zu machen… nach fast 40 Minuten und in fast voelliger Dunkelheit war ich dann wieder im Auto nur um festzustellen, dass es ne bloede Idee war, da gerade auf dieser Strasse Dunkelheit alles andere als optimal ist… und ich noch knapp die Haelfte vor mir hatte. Ging aber alles ganz gut… es waren keine 80km/h mehr drin, was dem Auto aber auch ganz gut getan hat. Dann noch mal 100km auf befestigter Strasse auf dem zwei Pferde gluecklicherweise auf halbem Weg ueber die Strasse kehrt gemacht haben und das Kamel zu sehr mit futtern beschaeftigt war um in Panik auf die Strasse zu laufen 🙂 angekommen am Kings Canyon wurde im Caravan Park mal schnell Zivilisation genossen… und wurde gleich mal von australischen Teenagern gefragt, ob ich nicht ein Foto mit denen machen will… haben noch nie einen Deutschen gesehen. In ueblicher deutscher Freundlichkeit wurde das mit den Worten „wir sind hier nicht im Zoo“ abgelehnt 🙂

Die Nacht wurde im Auto etwas abseits der Strasse verbracht, der sternenklare Himmel ein paar Minuten genossen und relativ schnell festgestellt, dass es im Outback in der Nacht ziemlich kalt weden kann. Am naechsten Morgen ging es noch vorm Sonnenaufgang zum Kings Canyon. Das Aufwachen zu dieser unchristlichen Zeit ist bei ca. 5 Grad Aussentemperatur auch gar nicht mal so schwer… auf alle Faelle lohnt es sich zum Sonnenaufgang schon oben auf dem Kings Canyon zu stehen.

Kings Canyon @sunrise

Kings Canyon @sunrise

Der Canyon an sich ist sehr beeindruckend. Man kann bis direkt zur Kante der Steilwaende, sieht von Felsen umringte Seen und alles in allem einfach eine wunderbare Landschaft. Der lange Rundgang ueber knapp 6.5km ist unbedingtes Muss!! Die andere Strecke, die nur unten zwischen den beiden Auslaeufern des Canyons langfuehrt ist garantiert nicht vergleichbar. Nach ca. 5h am Canyon und dem ein oder anderen mulmigen Gefuehl, als ich mich fuer ein Foto mal wieder zu nah an den Canyon gewagt habe, ging es, mit Zwischenstopp an einer heiligen Wasserstelle in der Naehe des Canyons auf zum Uluru. Wie wahrscheinlich auf jeder befestigten Strasse im Outback verlief die knapp 500km dahin unspektakulaer.

Im Touristen-Komplex mit jeder Menge Shops, Hotels, Appartments und einem Campingplatz machte ich dann erstmal Halt… TimTams und Gummibaerchen mussten her um das Leben jenseits von Zivilisation und Kommunikation auszuhalten. Dann wurde mal der Campingplatz abgecheckt, aber es war natuerlich wieder geplant im Auto zu schlafen. Also rauf auf den Besucherparkplatz und erstmal eine gute Stelle fuer den Sonnenuntergang suchen. Haette ich zu dem Zeitpunkt gewusst, dass man fuer den Uluru-Kata Tjuta Nationalpark immer einen 3-Tages-Pass kauft, waere ich wohl schon fuer den Sonnenuntergang dorthin gefahren. So habe ich das Spektakel von einem Huegel hinter dem Campingplatz aus beobachtet. Danach wurde sich noch heimlich bei mittlerweile Dunkelheit in die Dusche geschlichen und ausgiebig genossen… 🙂 danach wurde in der Naehe des Touristen-Komplexes am Rand einer Sandpiste fuer Allradfahrzeuge (ich frag mich immer noch, wie ich mit meinem Auto da hingekommen bin) wieder das Nachtquartier eingerichtet… heisst also Auto geparkt. Kurz nach Mitternacht klopfte es dann freundlich, aber doch bestimmt an meine Autoscheibe… genauso freundlich und bestimmt wurde mir dann klar gemacht, dass ich entweder in 5 Minuten aus dem Gebiet des Nationalparks raus bin oder auf dem Campingplatz. Als weitere Moeglichkeit stand noch eine Strafe von 500$ zur Debatte. Da wurde doch ganz schnell und noch schlaftrunken das Auto weggefahren und nach ein paar Kilometern wieder abseits der Strasse geparkt. Diesmal noch ein bisschen versteckter. Ob ich schon aus dem Gebiet des Nationalparks raus war, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Jedenfalls konnte ich bis ca. 5.30 Uhr schlafen bis mich die diesmal 3 Grad Aussentemperatur wieder aufweckten.

5.3 Uhr morgens aufstehen war dann auch die richtige Zeit um als Zweiter am Eingang des Uluru-Kata Tjuta Nationalparks, noch vor den Rangern, zu warten, bevor es dann endlich in den Park gehen konnte um den Uluru bei Sonnenaufgang zu bestaunen. Das war dann auch schon recht beeindruckend, wenn auch nicht gerade so überwältigend, wie man vielleicht angenommen hätte. Es lohnt sich auf alle Fälle auch einmal zur anderen Seite zu schauen, wo die Sonne dann hinter einer scheinbar endlosen Ebene zwischen ein paar einsamen Bäumen aufgeht. Das ist meiner Meinung nach mindestens genauso schön und man fällt auch sicherlich auf, als einiger der wenigen in der Touristenschar, der auch mal die Augen vom Steinklotz lassen kann. Wenn man Glück hat (wie ich) sieht man auch ein paar seeeehr alternative (respektive bekloppte) die sich an den Straßenrand setzen und wie in Extase mit wippendem Oberkörper den Uluru anbeten und dabei die lustigsten Geräusche machen. Nach dem etwa 45-minütigem Sonnenaufgangsspektakel ging es dann noch einmal um den Berg herum. Einige Tracks laden zum Wandern um oder an den Berg ein. Der für mich interessante Track an den Berg heran war aber gerade gesperrt, ich bin mir nicht mehr 100%ig sicher weswegen, aber ich vermute, dass es kulturelle Rücksichtnahme ist. An einer Stelle gibt es auch die Möglichkeit den Uluru zu besteigen, aber es wird auch hier auf großen Informationstafeln darauf hingewiesen, dass das von den Aboriginals des Stammes Anangu, die den Berg als heilig ansehen, als Respektlosigkeit gegenüber ihrer Kultur angesehen wird. Den nicht ungefährlichen Aufstieg wagen trotzdem viele Touristen. Einen weiteren Point-Of-Interest stellen die Rocks of Sorrow dar. Dies ist eine von den Parkrangern angelegte lose Steinsammlung die durch von Touristen zurückgeschickte Steine entstanden ist. Laut Legende bringt es Unglück Steine des heiligen Berges mitzunehmen und einige von denen, die es trotzdem taten schicken diese nun zurück, da sie sich seit diesem Zeitpunkt tatsächlich vom Unglück verfolgt fühlen. Ich habe von der Besteigung des Ulurus und von der Mitnahme von Steinen mal vorsichtshalber die Finger gelassen und kann nun hoffentlich ein langes und glückliches Leben führen 🙂

Uluru

Uluru

Danach ging es ab zur zweiten Attraktion im Nationalpark, der ja nicht ohne Grund einen Doppelnamen trägt. Bleibt also Kata Tjuta, auch bekannt unter dem Namen „Olgas“. Diese sind ca. 45km vom Uluru entfernt und eine Art Canyon. Wie immer gibt es auch hier Aussichtsplattformen auf dem Weg. Nachdem ich diesen Canyon nun gesehen habe kann ich den Hype um den Uluru nicht mehr ganz nachvollziehen und auch nicht verstehen, warum dieser die bekannteste Attraktion im Outback ist. Wer dort ohne Besteigung oder ohne okkulte Anbetung länger als 2-3 Stunden verbringt muss schon irgendwas entdeckt haben, was noch nie zuvor ein anderer Mensch gesehen hat. Bei den Olgas, genauso wie beim Kings Canyon, kommt man hingegen in eine Gegend, die einfach nur atemberaubend ist… unvorhersehbar & abwechslungsreich… Insgesamt gibt es zwei Wanderwege. Ein kürzerer führt zwsichen zwei Steilwänden entlang, bis man nach einigen hundert Metern an einer grünen Oase ankommt hinter der sich die beiden Steilwände fast schließen. Der interessantere und schönere Track ist aber der „Walk of the Winds“. An einigen Stellen fragt man sich hier wo sich denn die Dinosaurier verstecken, da die das Einzige sind, was zum Jurassic-Park-Feeling noch fehlt.

Kata Tjuta - Walk of the Winds

Kata Tjuta - Walk of the Winds

Anschließend war die Rückfahrt nach Alice Springs angesagt. Auf den gut ausgebauten einspurigen „Highways“ geht das auch relativ schnell. Wenn nicht schon auf dem Weg zum Kings Canyon auf der Hinfahrt der Umweg von ca. 4 km von der Ernest-Giles-Road gemacht wurde um sich den Einschlagskrater eines Meteoriten anzusehen, so kann man das jetzt ja auf dem Rückweg noch machen. Dazu muss man natürlich einen etwas größeren Umweg in Kauf nehmen, da man erst ca. 10 km auf der Ernest-Giles-Road in Richtung Kings Canyon fährt um dann rechts abzubiegen und noch mal die 2 km bis zum Parkplatz zu fahren. Dort angekommen merkt man schnell, dass es keine Attraktion mit Weltruf ist. Neben ein paar Bänken gibt es dort nicht viel. Man steht, wie so oft im Outback, mitten im Nirgendwo. Die Krater sind dennoch ein interessanter Ort und Infotafeln erklären den wahrscheinlichen Ablauf des Einschlages und die Auswirkungen auf die Umgebung. Wer die Zeit für diesen Umweg hat, sollte unbedingt mal kurz vorbeischauen.

Mit dem letzten Tropfen Sprit kam ich dann gerade noch so wieder zurück nach Alice Springs. Also: lieber etwas früher tanken und nicht die 0,10$AUS pro Liter sparen und dafür ohne die Panik, die man hat, wenn die Tanknadel schon unter’m letzten Strich ist, ankommen 🙂 und zu Alice Springs ist noch zu sagen: IMMER vorher ein Hostel-Zimmer buchen! Es ist nicht viel los in diesem Städtchen, aber ausgebucht scheint es trotzdem immer zu sein. Dort im Auto zu schlafen macht auch nicht viel Spaß, da die, sich leider sehr oft komisch verhaltenen, Aborigines nicht gerade so viel Vertrauen erwecken, dass man sich in der Nähe dieser schlafen legen will. Die Nacht wurde also außerhalb von Alice Springs auf halbem Weg zwischen der Stadt und dem Flughafen an einer Kreuzung verbracht und am nächsten Tag ging es dann auch schon wieder zurück nach Melbourne.

Nach knapp 2 1/2 Jahren bin ich doch glatt mal wieder in Blog-Schreiblaune und werde jetzt mal die fehlenden Stationen des Roadtrips ergänzen. Dazu gehört zum einen Melbourne und mein kleiner Ausflug ins Land der Hobbits: Neuseeland. Inzwischen sind die Eindrücke evtl. nicht mehr ganz so frisch, aber trotzdem denke ich gerne an die Zeit dort zurück.

Nach meiner spannenden Nacht auf der Kreuzung zum Flughafen in Alice Springs, in der ich jede Minute damit gerechnet habe, aus dem Auto gezerrt zu werden, gings mit Tiger Airways auch schon wieder aus der großen Freiheit in die große Stadt: diesmal Melbourne. Melbourne ist wohl die einzige (größere) Stadt in Australien, die dem Besucher zumindest vorzugaukeln versucht auf ein gewisses historisches Vermächtnis zurückzublicken. Es gibt einige Gebäude, die den Stil (spät-)mittelalterlicher europäischer Städte zu imitieren versuchen. Das gelingt auch ganz gut. So ist es nicht nur das gemäßigte Klima, sondern vor allem auch die Architektur, die einen sofort ein bisschen heimisch fühlen lassen. Melbourne strotzt so gesehen im Vergleich zu anderen australischen Städten nur vor „historischen“ Sehenswürdigkeiten. Eine spannende Sache war dabei vor allem das „Parliament of Victoria“. Dort wurde eine Führung durch das Gebäude angeboten und man konnte auch im „Zentrum der (regionalen) Macht“ umschauen und auf dem Stuhl des Vorsitzenden platznehmen. Kleiner Tipp zur Machtausübung in Melbourne: die Polizisten sind hier scheinbar sehr eifrig und wollen einen auch schon mal dafür abmahnen, dass man bei Grün anfängt die Straße zu überqueren, beim blinkenden Grün aber erst auf der anderen Seite ankommt. Wahrscheinlich lag der nette Kerl hinter seiner Quote oder war einfach nur in Geldnot. Jedenfalls half ein deutscher Personalausweis und eine beliebige (vorzugsweise nicht die eigene) Adresse des aktuellen Wohnorts in Australien ganz gut aus der Sache raus 🙂

Melbourne Parliament - Be quiet, the Lord is speaking!

Und wenn man schon in Melbourne ist, dann sollte man sich auf alle Fälle einen Ausflug zur Great Ocean Road nicht entgehen lassen. Dem konnte ich mich natürlich auch nicht entziehen und somit gings am Tag darauf auch gleich auf einen Tagesausflug im Kleinbus. Auf dem Programm standen neben der Great Ocean Road noch einige andere Highligths wie z.B. ein Koala-Gebiet und ein kleiner Regenwald.





Fraser Island & Hervey Bay

4 07 2009

Eine halbe Woche nach Sydney und einigen guten Partys ging es in reizender & multikultureller Begleitung von Julia, Tania und Paola mit Mietauto nach Hervey Bay, einem kleinen Ort, der für Fraser Island das ist, was Airlie Beach für die Whitsundays ist: Ausgangspunkt für die meisten Trips in die Region.

Samstag morgen gegen 8 Uhr wurde dann also das Auto geholt und losgedüst. Ein kleiner Hyundai Getz mit manueller Gangschaltung. Ich wusste ja, dass das Lenkrad auf der falschen Seite ist (was mich nicht davon abgehalten hat in ca. 50% der Fälle trotzdem erstmal auf der Beifahrerseite einzusteigen), aber das bis auf die Pedale alles vertauscht ist, war mir auch neu… die größte und komplizierteste Umstellung ist das Schalten mit links… was mit rechts kein Problem ist und auch mit verbundenen Augen klappt, kann mit links ab und an zum Problem werden. Eigentlich gewöhnt man sich aber schnell dran, man muss aber doch des öfteren mal hektisch nach links gucken, da der Schaltknueppel meist nicht da ist, wo man ihn vermutet… Scheibenwischer und Blinker sind auch vertauscht, was dazu führte, dass manchmal ohne Blinken, dafuer aber mit frisch und trocken gewischten Scheiben abegebogen wurde 🙂

In Hervey Bay angekommen, bezogen wir gleich das Hostel namens „Whoolshed“… das machte auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck… gemütliche 6-Bett-Holzhaeuser mit viel Platz in Regenwaldatmosphaere… ausserdem eine gut eingerichtete Küche und ein großer Gemeinschaftsraum… alles sehr gemütlich.

Es ging dann natürlich gleich erstmal zum Strand, wo Julia, die direkt aus Sydney geflogen kam, schon in der Sonne brutzelte… so läuft das hier halt im tiefsten Winter in Queensland… 🙂 (von Neid geprägte Kommentare willkommen) keine Wolken, 25-30 Grad in der Sonne… so lange kein Wind da ist…

Nachdem die Sonne weg und der Wind dafür da war, machten wir uns auf zum Einkaufen… die hervorragenden Kochbedingungen wollten ja genutzt werden. Und der obligatorische Goon durfte auch nicht fehlen… Beim Durchkreuzen von Hervey Bay war uns schon bei der Ankunft ein Aldi-Markt aufgefallen und da wollten wir natürlich hin… sieht von innen aus wie ein Aldi aus Deutschland, es gibt Haribo Gummiebärchen… nur Alkohol wird, zumindest in Queensland, nicht verkauft. Neben Haribo landeten dann also die üblichen Verdaechtigen für BBQ und Nutella-Banane-Toast im Einkaufswagen.

girls doing the premium bbq

girls doing the premium bbq

Wieder zurück im Whoolshedangekommen, machten wir uns nach einer kleinen Erfrischung (Dusche) und einer größeren Pause (die holde Weiblichkeit wäre nach 5 Minuten fast eingeschlafen) an unser Deluxe-BBQ mit Spiessen, Hähnchen und haufenweise Gemüse… um dann vollgefuttert im Gemeinschaftsraum dem Goon und ein paar Spielen zu fröhnen… hängen geblieben sind wir dann bei einer deutschen Version von Trival Pursuit. Julia und ich mussten die von Paola (Italienerin) und Tania (Mexikanerin) vorgelesenen Fragen beantworten… gar nicht mal so einfach, was manchmal aber auch nicht unbedingt an den Fragen selbst lag… 🙂 Paola und Tania wurden aber von Frage zu Frage besser, so dass wir am Ende ab und an auch mal verstanden haben, was uns da vorgelesen wurde…

Am 2. Tag wollten wir mit unserer gemieteten Freiheit die Gegend unsicher machen… aber was nur? Ein paar Nationalparks, einige Straende und Bundaberg standen zur Auswahl. Schnell wurde aber klar, dass die Distanzen auf der Karte kleiner aussehen, als sie dann tatsaechlich sind… und die Gegend um Hervey Bay auch nicht unbedingt praechtig ausgeschildert ist. Nach einigem Hin und Her sind wir dann die Ostkueste hoch gefahren um ein paar Straende verschlafener Fischerdoerfer zu erkunden. So ging es also ueber Toogoom und Burrum Heads am Ende zum Woodgate Strand zum Sonnenbaden und relaxen. Ein schoener, sehr langgezogener Strand, an dem man die meiste Zeit bis zum Horizont keinen weiter sieht.

Tania sneaking up

Tania sneaking up

Auf der Ruecktour wurde sich dann noch bei der „beruehmten“ Mammino’s Eisfabrik, eher ein kleiner Eisladen, ein Eis aus dem Sortiment ausgefallener Geschmacksrichtungen gegoennt. Mein gewoehnliches Erdbeer-Eis fiel da gegen Peanut- und Kaffee-Eis mit allem Drum und Dran schon eher aus der Reihe.

Zurueck in Hervey gab es nach dem Dinner wieder einen lustigen Abend mit Goon , ohne Trival Pursuit, dafuer aber mit ein paar Varianten kurzweiliger Kartenspiele.

Am 3. Tag kam dann das Highlight: ein Tagestrip nach Fraser Island fuer 169$. Wir wurden morgens gegen 7 Uhr vom Hostel abgeholt und zur Faehre gefahren. In der Bucht zwischen dem Festland und Fraser sollen sich in der Saision von Juli bis Oktober auch viele Wale herumtreiben. Leider hatte sich mitten im Juni noch kein Wal hier hin verirrt.

Angekommen auf Fraser wurde man auf die geländefähigen Busse (basierend auf deutscher Militärtechnik 🙂 ) aufgeteilt und dann ging es auch schon los. Fraser ist die größte Sand-Insel der Welt und knapp 150km lang. Enstanden ist sie wohl dadurch, dass über ein paar Millönchen von Jahren Sand von den südlicheren Teilen der Ostküste Sand angespült wurde und dafür, dass die Insel wirklich nur aus Sand besteht, wächst eine Menge darauf. Innerhalb von einigen hundert Metern wechselt man zwischen normalem Laubwald zu Nadelwald um dann mitten im Regenwald zu stehen. An der Ostküste ging mit unserem Bus auf den Strand, auf dem dann mit 80km/h geheizt wurde. Auch hier hat sich das recht komische Wetter der letzten Monate bemerkbar gemacht und einiges an Strand wurde weggespült, so dass man mittlerweile an einigen Stellen den Strand umfahren muss.

Ab und an sieht man auf der Fahrt wohl Dingos und seltener auch Delfine und Wale. Nachdem ein Dingo direkt 2m neben unserem Bus Fischreste von Anglern ausgebuddelt hat, habe ich kurz danach einen Wal gesehen. Anders kann ich mir die Fontäne und das riesige Ding, was anschließend ordentlich ins Wasser geplatscht ist, nicht erklären… 🙂

Eli Creek

Eli Creek

Der erste Stopp war bei Eli Creek, einem kleinen Fluss der vom Inneren der Insel hier über den Strand ins Meer fließt. Man fühlt sich sofort wie mitten im tiefsten Regenwald und wir haben uns es natürlich nicht nehmen lassen durch den Fluss zurück zum Strand zu waten. Danach ging es weiter zur nächsten Attraktion, den „coloured sands“. Sind Felsformationen die aufgrund ihrer Zusammensetzung in den verschiedensten Farben leuchten. War jetzt nicht allzu spannend, also gleich weiter zum Nächsten 🙂 das war dann das Schiffswrack der S.S. Maheno, die 1935 hier in einem Sturm auf Grund gelaufen ist. Eigentlich sollte das Schiff nach Asien zur Verschrottung geschleppt werden, aber ich denke dafür gab es im Endeffekt keine Abwrackprämie. Sieht hier aber echt beeindruckend aus und macht sich gut als Attraktion 🙂 na ja… 1o Minuten staunen, Fotos und weiter ging’s zur Hauptattraktion, Lake McKenzie!

Shipwreck

Shipwreck

Lake McKenzie ist ein See ohne natürlich Zu- & Abfluss, der nur durch Regenwasser gespeist wird und einen Strand fast so weiß wie Whitehaven Beach hat. Der Anblick war wirklich beeindruckend und es war wirklich Schade, dass man auf der 1-Day-Tour hier nur ca. 45 Minuten hat und die ganzen Tour-Gruppen hier anscheinend zur gleichen Zeit ankommen. Trotz eisigen 18°C habe ich es mir aber nicht nehmen lassen in dem glasklaren Wasser etwas zu schwimmen… Herrlich für 5 Minuten… 🙂

Lake McKenzie

Lake McKenzie

Nach diesem Highlight ging es dann zum letzten Stopp, einem kleinen Spaziergang durch Frasers Regenwald. Was sich auf Fraser auf kleinstem Platz an unterschiedlichen Sachen entdecken lässt ist schon sehr beeindruckend. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Insel nur aus Sand besteht und man sich dann fragt, wie dort überhaupt etwas wachsen kann und dann gleich ein Regenwald… oder wie dort überhaupt ein See bestehen kann…

Sunset

Sunset

Dann ging es aber auch schon wieder zurück zur Fähre und auf dieser direkt in den Sonnenuntergang zurück auf’s Festland, ein weiteres Highlight, dass zumindest bei uns einfach so dabei war. Nache diesem herrlichen, erlebnisreichen Tag sollte es am nächsten Tag dann auch leider schon wieder zurück nach Brissie gehen. Natürlich nicht ohne einen Abstecher zu einem weiteren herrlichen Strand unterzubringen… 🙂 Also ging es nach und zum Rainbow Beach vor der Südspitze Frasers. Nach ein paar Stunden in der prallen Wintersonne an diesem schönen Strand, siegte dann doch der etwas kühlere Wind über die Sonne und so entschieden wir, uns auf die Suche nach etwas Essbarem zu machen. Fündig wurden wir bei einem Restaurant, in dem ein Gast gerade einen sehr schmackhaft aussehenden und riesigen Burger verspeiste. Das musste der angepriesene Premium Gourmet-Burger für 12$ inkl. Coke sein, den wir dann auch alle bestellten. Ich fiel mit Hühnchen mal wieder aus der Reihe, die Mädels bestellten alle die Fisch-Variante. Der vermutete Premium-Burger des anderen Gasts stellte sich dann aber als „normale“ Variante heraus und wir bekamen einen sogar gesund aussehenden Riesen-Burger im Giabatta-Brot mit viel Salat, Gemüse und dazu Pommes!! Die 12$ haben sich auf alle Fälle gelohnt 🙂

Premium Burger

Premium Burger

Danach ging es dann aber doch direkt und relativ unspektakulär zurück nach Brissie…