Die Haare lang, Sonnencreme drauf und ab zum SURFCAMP

15 05 2009

Vor einer halben Ewigkeit war ich doch glatt mal im Surf Camp, denn man war ja irgendwie nicht richtig in Australien, wenn man nicht auch Surfen war. Eigentlich wollte ich ja versuchen mindestens einmal die Woche an irgendeinen Strand zu fahren um meine Surf-Skills auszubauen. Leider hat die Uni ein wirksames Mittel dagegen: Assessmenst… ☹

Vom 20-22 März war’s dann aber so weit. Ein ganzes Wochenende nur surfen. Und zwar am Arrawarra Beach, knappe 6 Stunden Busfahrt entfernt, in New South Wales und in der nächsten Zeitzone… also für australische Verhältnisse um die Ecke.

ArrawarraBeach

Nachdem es 19 Uhr losgehen sollte, kurz nach 20 Uhr in Brisbane losging und wir nach diversen Verzögerungen dann doch gegen 2 Uhr Nachts dort ankamen, waren wir natürlich erstmal zu platt um auf große Erkundungstour zu gehen. Außerdem war es zu dunkel um überhaupt irgendwas zu sehen. Mein Versuch den Strand zu finden scheiterte auch an den mangelnden Lichtverhältnissen. Das einzige Licht kam von diversen Sternenwolken der Milchstraße, also herrliche Bedingungen für Sternegucker. Die Brandungsgeräusche des Meeres waren auch wenig hilfreich… irgendwie kamen die von fast allen Seiten, der Weg dorthin aber meist von Bäumen und sumpfähnlichem Gelände versperrt.

SpotX_Cabins

Am nächsten Tag wurde mir auch relativ schnell klar, dass mein Ausflug zum Scheitern verurteilt war. Der Weg zum Strand war nur über eine kleine Brücke möglich, da unser Camp direkt zwischen zwei „Flüsschen“ und im Waldgebiet hinter dem Strand lag. Der Strand dort ist auch sehr schön, wie so ziemlich alle Strände hier. Mittlerweile kenne ich aber auch den Whiteheaven Beach, mehr dazu später, und deswegen haben sich die Einschätzungen schon wieder verschoben. Am Samstag ging’s dann auch gleich gegen 11 Uhr, nach einem sehr von der ehemaligen Kolonialmacht England beeinflusstem Frühstück, gleich zur ersten Surf-Lesson. Also erstmal schön die Theorie angehört: Surfer haben ca. 500000000000 Regeln! Regel #1: Fun, Regel #2: Spaß, Regel #3: Gaudi, …, Regel 10324325: Fun… ach ja: Regel #500000000001: Sonnenschutz, ist aber optional und auf eigene Verantwortung. Zum Surfen an sich ist nicht viel zu sagen. Der Praxisteil des Theorieunterrichts (ist so was überhaupt möglich) besteht aus ziemlich bekloppt aussehenden Trockenübungen am Strand: Paddeln und dann aufrichten. Was am Strand ohne Wellen und schaukelndem Board noch einigermaßen gut klappt, wird dann im Wasser natürlich zur Herausforderung. Nach ca. 10 Minuten Regelkunde und 10 weiteren Minuten praktischer Theorie am Strand geht’s dann auch schon ins Wasser. Und da stellt sich schnell raus, dass der Theorieunterricht so einiges verschweigt:

Rauspaddeln gegen die Wellen zum Beispiel. Man läuft mit seinem Board also so weit ins Meer, bis man nicht mehr stehen kann und keine 10 Sekunden später kann man wieder stehen, da man von der nächstbesten Welle wieder zurück Richtung Strand gespült wurde… also auf ein Neues… das geht so ne ganze Weile, bis man endlich durch unermüdliches Paddeln und auch nen bisschen Glück die Region, in der die Wellen in Strandnähe brechen, verlassen hat. Dann heißt es in Position bringen in einem Abschnitt, in dem man vermutet, dass dort eine der nächsten Wellen etwas weiter vor dem Strand schon mal brechen könnte. Bei der Frequenz, mit dem die Wellen in Richtung Strand unterwegs sind, muss man auch nicht so lange warten. Übrigens waren dort am Arrawarra Beach die bisher größten Wellen. Zum Glück war keine Rettungswacht, sondern nur nen paar Surf-Instructor vom Camp anwesend. Denn bei der Wellenhöhe hätte kein Rettungsschwimmer jemals knapp 20 Leute auch nur in die Nähe des Meeres gelassen ☺ zum Surfen macht sich das aber sehr gut, gerade für Anfänger. Je mehr Speed man drauf hat, desto weniger beeinflussen die behäbigen Versuche sich aufzurichten die Stabilität des Boards. Und so ist es sogar mir Bewegungselefant des Öfteren gelungen, mich zumindest für Sekunden und 3-4 Mal sogar für einen Ritt über 30-50 Meter auf dem Board zu halten. Es macht wirklich enorm Spaß und ist mit langweiligem runterrodeln in diversen Skigebieten nicht zu vergleichen ☺ die Stichelei musste einfach sein…

LearnToSurfSurfing

Während des Surfcamps waren 3 Stunden Surfunterricht angedacht und eine Kajakfahrt in ein Aboriginal-Gebiet. Die Kajakfahrt habe ich dann auch am Morgen des zweiten Tages, vor der letzten Surfsession, gemacht. Erstmal mussten wir unser Kajak knappe 300 Meter durch flaches, extrem schlammiges Sumpfgebiet schieben. Durch diverse Fischarten war der Boden so durchlöchert und locker, dass man auch mal schnell bis zum Knie versunken war, wenn man nicht aufgepasst hat. Als das Wasser endlich tiefer war, konnten wir uns dann auch in der für ein Kajak vorgesehenen Weise fortbewegen… die Gegend war wirklich extrem beeindruckend. Wir sind auf einem Zwischending zwischen Fluss und See geschippert, links und rechts sah es aus wie Urwald und dieser ist auch ab und an mal aus dem Flussboden gewachsen. Soll heißen, dass manchmal die Navigation zu einer echten Herausforderung wurde, da der Platz zwischen zwei Bäumen kaum breiter war als das Kajak selbst. Und Kajak-Limbo war auch inklusive. Am Ende unserer Tour haben wir dann an einer Stelle, an der ein Seil vom einem Baum am Ufer in den See hing, einen kleinen Stopp eingelegt. Das hat einfach dazu eingeladen, sich in guter, alter Tarzan-Manier in den See zu schwingen. Das erste Mal ging’s auch ganz gut und hat riesig Spaß gemacht. Das zweite Mal wollte das Seil leider nicht so wie ich wollte und hat sich unter meinem Arm verfangen. Da hat meine Haut gegen das Jute-Seil einfach mal keine Chance gehabt. Was mich aber nicht vom dritten Sprung und der letzten Surf-Session im Meer (hat nur mal kurz gezogen, beim Reingehen, danach war man zu sehr mit Surfen beschäftigt um die Schmerzen einer offenen Wunde umspült von sehr salzigen Meerwasser zu spüren) abgehalten hat.

KajakingKajaking2

So… danach ging es dann auch schon auf den Rückweg, mit kurzem Stopp in Byron Bay, anscheinend einer der teuersten Städte in Australien. Kann ich nicht ganz nachvollziehen. Der Strand ist zwar nicht übel, aber auch nicht groß besser als der australische Standard. Und sonst ist auch nicht viel los in der Stadt. Nach zwei Stunden durch die Stadt streifen, sonnenbaden und gammeln ging es dann auch wieder zurück nach Brissie. Alles in allem ein sehr gelungenes Wochenende.

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