Brissie… BrisVegas… Dorf mit Hochhäusern… oder einfach nur Brisbane

22 05 2009

Meine ersten (und mittlerweile zweiten, dritten, xxxten) Eindrücke von Brisbane waren und sind immer noch sehr gut. Die Stadt hat „nur“ ca. 1,8 Mio. Einwohner (was ja bei einer Gesamtbevölkerung von 20 Mio. schon nen beachtlicher Anteil ist) und ist dabei flächenmäßig um einiges größer als Berlin. Wie Manhattan in klein sieht der CBD, der Central Business District aus, der sicher innerhalb einer Schlängelung (gibt’s das Wort?? Word meckert gar nicht) in der Mitte der Stadt befindet. Dort stehen Hochhäuser neben alten Häusern aus Kolonialzeit, was wirklich ein sehr schönes Bild abgibt.

Brisbane bei Nacht vom KP

Brisbane bei Nacht vom KP

Ansonsten ist es außerhalb des CBD’s schwer überhaupt größere Mehrfamilienhäuser zu finden. Auch wird hier nicht der Boden geebnet bevor gebaut wird, sondern wenn der Acker halt aussieht wie Kraut und Rüben dann wird das Haus einfach mal auf Stelzen gesetzt. Und das was unterm Haus ist, ist dann halt Keller… macht nichts, dass da keine Wände drum rum sind. Und wenn außen schon so fachmännisch zu werke gegangen wird, warum dann innen die Präzision  und das Geschick vernachlässigen… man muss sich erstens keine Gedanken um Kleinvieh in seinem Zimmer machen. Es ist einfach da!! Und wenn man mal ne Kakerlake durch den fiesen großen Spalt unter seiner Tür ins eigene Zimmer rennen sieht und die dann dort aber nicht mehr finden kann… diese Spalten sind auch ab und zu zwischen Boden und Wand und die mit Klebeband verschlossenen Löcher im Boden (zum Keller ☺) bieten dem Kleinvieh genug Möglichkeiten zur Flucht… wenn sie denn nicht genauso überrascht werden wie ich von ihnen…

Eines Tages wollte ich doch glatt mal wieder den ungeliebten Tätigkeiten, die das Leben ohne Mama so mit sich bringt, nachgehen und im „Keller“ Wäsche waschen. Alles kein Problem… gewaschene Wäsche raus, aufgehängt, dreckige Wäsche rein, Waschmaschine anschmeißen und raus aus’m Keller… ach ja… Licht ausmachen nicht vergessen… ca. 1 ½ µ-Meter vorm Lichtschalter fällt mir dann was komisches auf… bisher war der Schalter nämlich noch nie so flauschig… Ungefähr genauso erschrocken wie ich guckt mich also nen Possum mit weit aufgerissenen Augen an und wir zocken ne Runde „Wer blinzelt verliert“… tja… die Runde hab ich wohl verloren… zum Glück hatten wir um nichts gewettet :-)Possum

So… weiter zum Haus: es ist im Queenslander-Stil gebaut und dadurch, das diese jetzt unter Denkmalschutz stehen, dürfen die zumindest von Außen nicht mehr verändert werden. Wenn ich mir unser so angucke, wurde es ne Weile auch von Innen nicht mehr den Gegebenheiten des neuen Zeitalters angepasst. Wir haben mit unserem Haus aber noch Glück gehabt… wie schon vorher beschrieben, gibt es weitaus schlimmere Bruchbuden.





Suche Hundehütte ohne Fenster so teuer wie möglich… ahh… so viele Angebote…

22 05 2009

In dieser Zeit durfte ich mich dann auch auf die Suche nach einem Zimmer machen. Nicht nur, dass das Wetter schon dazu beigetragen hat, dass die Stimmung nicht gerade am Kochen war, nein, die Zimmer für Studenten waren zudem auch noch ein Augenschmaus und schon für schmales Geld zu haben… oder anders herum…

Meistens habe ich mir Zimmer mit dem Charme und der Reinlichkeit einer Hundehütte angesehen… Nur das Hunde meist keine 200$AUS pro Woche bezahlen, sich dafür aber der Napf meistens von selber füllt. Das war bei den Hütten, die ich mir angesehen habe, noch nicht mal dabei. So wurden aus den geplanten 5 Nächten nach einem kleinen Umzug ins nächste Hostel ganz schnell mal ein paar mehr. Man ging mittlerweile auch zu Zimmerbesichtigungen, bei denen man sich eigentlich sicher war, dass man das Zimmer eigentlich nur im Notfall nehmen würde. Zum Beispiel, weil es ganz weit ab vom Schuss ist und auch noch die 60-jährigen Eltern der Vermieterin im Haus wohnen…

Our Queenslander home

Our Queenslander home

Wie es der Zufall so wollte, war diese Besichtigung dann doch die Tür zum Eigenheim auf Mietbasis. Bei der Besichtigung traf ich einen weiteren Deutschen, den ich schon von der Einführungsveranstaltung der QUT kannte, und eine Französin, die aus ihrem Frankreichurlaub zurück kam um hier ihr letztes Jahr bis zum Master zu verbringen. Jedenfalls zeigte uns die Vermieterin dann noch ein Haus, dass sie nur komplett an eine Gruppe vermieten wollte. Und da drei Leute eine Gruppe darstellen, kamen wir halt in den Genuss uns dieses Queenslander-Prachtstück anzusehen. Nach deutschen Maßstäben vielleicht keine Hundehütte, aber auch noch kein richtiges Haus ☺ nachdem man aber ein paar Studentenbuden hier drüben gesehen hat, schien es wie ein Luxusappartement. Also wurde schnell durchgerechnet, ob es sich auch jeder leisten kann (was eigentlich größtenteils verneint wurde), noch mal ne Nacht drüber geschlafen und am nächsten Tag bei einem Bierchen besiegelt, dass wir es nehmen.





Traumstrand inklusive (unter anderem…)

15 05 2009

Was machen während des Easter-Breaks??

Das stand für mich dann doch relativ schnell fest: ab zu den Whitsundays. Die Whitsunday Island die größte Insel in einer Region mit 73 weiteren Inseln am südlichen Anfang des Great Barrier Reefs, eines der zahlreichen Weltwunder, die Australien so zu bieten hat. Dort sollte dann auch gleich der Tauchschein gemacht werden, wenn man mal schon irgendwo ist, wo es auch gleich haufenweise Spektakuläres zu sehen gibt. Also… gleich mal den Tauchkurs und Unterkunft nen paar Wochen im Vorausgebucht. Um alles andere kann man sich ja dann später noch kümmern.

Sunlander Train

Der Ausgangspunkt für so ziemlich alle Aktivitäten in dieser Gegend ist Airlie Beach. Hier sind auch die meisten Hotels/Hostels und auch ich sollte hier in einem Hostel untergebracht werden. Um dorthin zu kommen standen Mietauto, Flugzeug und Zug zur Verfügung. Da ich mich relativ spät drum gekümmert habe, fiel ein Flug schon mal weg: zu teuer. Auto war auch nicht gerade günstig, versprach aber einiges an Freiheit vor Ort. Letztendlich wurde es dann doch die „günstigste“ Variante: der Zug. Da gibt es hier zwei verschiedene, die an der Ostküste entlang juckeln. Ich habe dann den Tilt-Train gebucht, eine Art „Schnellzug“, aber auch nur für australische Verhältnisse: geplante 15 Stunden für 900km sind alles, aber nicht schnell. Am Tag vor der Abreise rief dann auch jemand von der Bahngesellschaft bei mir an. Ich hätte ein Upgrade von meinem Business-Schlafsessel auf eine FirstClass-Schlafkabine bekommen. Toll, dachte ich… endlich mal auch ein Upgrade für lau. Danach kam dann noch der kleine Hinweis, dass der Zug nicht von Brisbane aus starten soll, sondern erst ein Transfer per Bus zu einem Ort knappe 200km nördlich von Brisbane. Und es würde auch nicht der Tilt-Train, sondern der Sunlander-Train sein. Also geplante 18 anstelle der 13 Stunden. Aber was soll’s… ist ja eh der einzige Zug, der fährt. Die Schlafkabine war echt super. Die Fahrt an sich nicht so… nachdem ich Freitag 18 Uhr aus Brisbane gestartet war und ich laut Reiseplan gegen 9 Uhr morgens in Airlie Beach ankommen sollte, musste ich feststellen, dass wir gegen 10 Uhr noch nicht mal in der Nähe waren. Na ja, mit knappen 7 Stunden Verspätung kam ich dann in Airlie an nur um dort festzustellen, dass das Reisecenter, über das ich Tauchschein und Unterkunft gebucht hatte, vergessen hatte, mich im Hostel einzubuchen. Macht sich gut, denn über die Osterferien ist ja die Umgebung auch nur überflutet von Urlaubern, so dass es kein einziges freies Bett in den Hosteln mehr gab. Untergekommen war ich dann in einer Art Tipi-Zelt auf einem Campingplatz in der Nähe von Airlie Beach. Es gibt schlimmeres.

Airlie Beach

Am Sonntag ging dann auch gleich der Tauchkurs los. Nachdem ich mir in dem Büro der Tauchschule eine DVD zur Sicherheit beim Tauchen angeguckt habe und noch schnell ein Foto gemacht wurde, was einem Sträflings-Foto gleichkommt, ging es auch schon auf zum Schiff, was mich die nächsten drei Tage immer zum Knuckle Reef bringen sollte… nichts mit Übungen im Pool oder so’nem Anfängerkram… gleich rein ins Meer ☺ Das Schiff war echt cool. Katamaran-ähnlich und für eine Fähre schon ziemlich groß. Das ist dann zu einem Pontoon am Knuckle Reef aufgebrochen, also einer Art Schiff, dass als ständige Plattform neben dem Riff platziert wurde. Auf dem Schiff gab’s erstmal nen kleines Frühstück. Das bekam nicht allen wirklich gut, denn die Fahrt am ersten Tag war schon sehr ruppig. Wenn man auf dem Sonnendeck stand musste man sich irgendwo festhalten, gehen war kaum möglich und selbst wenn man einfach nur fest auf beiden Beinen stand, kam es einem manchmal so vor, als würde man hochspringen, wenn das Schiff nach einer Welle mal wieder abgesackt ist. Ich fand’s sehr lustig, die Hälfte der Passagiere sah aber nicht danach aus ☺ Kurz vor Ende der Fahrt musste ich dann noch ein paar Übungen am Tauch-Equipment durchführen: die ganzen Gerätschaften zusammen- und auseinanderbauen, so als erste Theorie-Stunde.

SSI-CardSnorkeling

Auf dem Pontoon angekommen wurde erstmal geschnorchelt, da ich noch etwas Zeit hatte bis zum ersten Tauchgang. Alleine das war schon sehr beeindruckend. Aber das langweilige Gedöns jetzt mal nen bissel abgekürzt und gleich zum ersten Tauchgang. Der war echt cool. Was man beim Schnorcheln nur oberflächlich sieht endlich mal auch in seiner ganzen Pracht und von allen Seiten bestaunen. Wie so ziemlich alle wissen, hasse ich Fische und esse die nicht mal ☺ aber das hier war schon sehr beeindruckend. Ich habe Korallenriffe angefasst, Haufenweise unterschiedlichste Fische und Fischschwärme gesehen, die auch bis auf wenige Zentimeter rankamen. Ein Fisch dort am Riff, den ich leider nicht selber gesehen habe, ist auch ungefähr so groß wie die meisten Asiaten, die in Scharen die Schnorchel- und Tauchtrips buchen. Ich habe leider nur einen Schwarm der gleichen Gattung gesehen, die vielleicht knapp über 1 Meter groß waren. Zwei meiner 6 Tauchgänge waren dann sogenannte Skills-Tauchgänge: hier wurden die für den Tauchschein nötigen Fähigkeiten vermittelt, also einstellen der sogenannten „Buoyancy“, also das Füllen der Tauchweste mit Luft, so dass man im Wasser „schwebt“, simulieren eines Ausfalls der Atemgeräte und somit das Atmen über das Sicherheitsatemgerät des Tauchpartners, Gewichtsgürtel und Schwimmweste unter Wasser an- und ablegen und Taucherbrille unter Wasser abnehmen und wieder aufsetzen. War auch sehr spannend… auch wenn’s nur simuliert ist, aber das Ausfall-Training war schon sehr spannend und ein bissel mulmig war einem auch, da man ja nicht wusste, ob der Tauchpartner die Abfolge und sein Equipment richtig im Griff hat. Die restlichen 4 Tauchgänge wurden genutzt um ein bisschen vom Riff zu sehen. Dabei konnte ich Korallen anfassen, Fische verschrecken, habe einen Seestern und eine Seegurke in der Hand gehabt (sehr komisches Gefühl) und haufenweise interessanter und komischer Meeresbewohner gesehen, darunter Rochen, diese Art von Riesenfisch und auch Fische mit Verhaltensstörung, die immer auf ca. 10cm rangeschwommen sind, um dann in Panik abzuhauen (wahrscheinlich wegen der ganzen Touristen wie mir, die sie jeden Tag zu sehen bekommen).

PontoonDiving

Ansonsten habe ich die Gegend um Airlie Beach erkundet, war im … National Park und in Shute Harbour. Abends war dann entweder ein bisschen Ruhe oder Party angesagt und da Airlie Beach der einzige Touristen- bzw. Backpacker-Ort in der Nähe ist, kann man letzteres auch jeden Tag, wenn man denn auf den üblichen 90’er-Jahre Techno und fiesen HipHop steht.
Am Freitag habe ich dann noch kurzfristig einen Segel-Trip auf der Camira, einem Segel-Katamaran, gebucht. Der Trip ging vorbei an Hook Island, wo ich ein bisschen Schnorcheln war (was aber nicht annähernd an das Knuckle Reef rankam) zum Whiteheaven Beach. Und da ist der Name Programm. Wenn man sich der Insel nähert, sieht man wirklich nur einen weißen Streifen und die Spannung steigt ins unermessliche, da man sich einen solchen Strand einfach nicht vorstellen kann. Nach dem Schnorcheln vor Hook Island wurde auf der Camira dann auch die „Bar“ eröffnet und da es ein „all inclusive“-Trip war, bestand diese aus einer Kühlbox mit Wein und Bier zum selbst bedienen ☺ Mit einem kleinen Wein in der Hand, dem Wind im Haar und der Vorfreude ging es nun also auf diesen blendend weißen Streifen zu. Und mit dem Motorboot dann endgültig zum Strand. Kaum am Strand angekommen, war man sofort überwältigt und der Whiteheaven Beach ist wirklich der mit Abstand beste Strand, den ich je gesehen habe. Da musste man sich also gleich in den Sand schmeißen und für ein paar Minuten einfach nur die Umgebung und das Wetter genießen. Nach einer Stunde im Paradies ging es dann aber auch schon wieder zurück auf die Camira und mit nem Wein in der Hand dann vorbei an Hook Island, der Insel mit dem teuersten Hotel/Resort Australiens und haufenweise Urlaubshäusern von internationalen Stars, und wieder zurück nach Airlie Beach. Obwohl, mit 139$, nicht gerade günstig, war es wohl der bisher beste Trip, den ich hier drüben gemacht habe.

Whiteheaven_CamiraWhiteheavenBeach

Am Samstag ging es dann wieder mit dem Zug zurück nach Brisbane. Viel muss man da nicht erwähnen, außer das ich diesmal nur einen Economy-Sitz hatte und der Zug auch erst mit knappen 4 Stunden Verspätung ankam.





Die Haare lang, Sonnencreme drauf und ab zum SURFCAMP

15 05 2009

Vor einer halben Ewigkeit war ich doch glatt mal im Surf Camp, denn man war ja irgendwie nicht richtig in Australien, wenn man nicht auch Surfen war. Eigentlich wollte ich ja versuchen mindestens einmal die Woche an irgendeinen Strand zu fahren um meine Surf-Skills auszubauen. Leider hat die Uni ein wirksames Mittel dagegen: Assessmenst… ☹

Vom 20-22 März war’s dann aber so weit. Ein ganzes Wochenende nur surfen. Und zwar am Arrawarra Beach, knappe 6 Stunden Busfahrt entfernt, in New South Wales und in der nächsten Zeitzone… also für australische Verhältnisse um die Ecke.

ArrawarraBeach

Nachdem es 19 Uhr losgehen sollte, kurz nach 20 Uhr in Brisbane losging und wir nach diversen Verzögerungen dann doch gegen 2 Uhr Nachts dort ankamen, waren wir natürlich erstmal zu platt um auf große Erkundungstour zu gehen. Außerdem war es zu dunkel um überhaupt irgendwas zu sehen. Mein Versuch den Strand zu finden scheiterte auch an den mangelnden Lichtverhältnissen. Das einzige Licht kam von diversen Sternenwolken der Milchstraße, also herrliche Bedingungen für Sternegucker. Die Brandungsgeräusche des Meeres waren auch wenig hilfreich… irgendwie kamen die von fast allen Seiten, der Weg dorthin aber meist von Bäumen und sumpfähnlichem Gelände versperrt.

SpotX_Cabins

Am nächsten Tag wurde mir auch relativ schnell klar, dass mein Ausflug zum Scheitern verurteilt war. Der Weg zum Strand war nur über eine kleine Brücke möglich, da unser Camp direkt zwischen zwei „Flüsschen“ und im Waldgebiet hinter dem Strand lag. Der Strand dort ist auch sehr schön, wie so ziemlich alle Strände hier. Mittlerweile kenne ich aber auch den Whiteheaven Beach, mehr dazu später, und deswegen haben sich die Einschätzungen schon wieder verschoben. Am Samstag ging’s dann auch gleich gegen 11 Uhr, nach einem sehr von der ehemaligen Kolonialmacht England beeinflusstem Frühstück, gleich zur ersten Surf-Lesson. Also erstmal schön die Theorie angehört: Surfer haben ca. 500000000000 Regeln! Regel #1: Fun, Regel #2: Spaß, Regel #3: Gaudi, …, Regel 10324325: Fun… ach ja: Regel #500000000001: Sonnenschutz, ist aber optional und auf eigene Verantwortung. Zum Surfen an sich ist nicht viel zu sagen. Der Praxisteil des Theorieunterrichts (ist so was überhaupt möglich) besteht aus ziemlich bekloppt aussehenden Trockenübungen am Strand: Paddeln und dann aufrichten. Was am Strand ohne Wellen und schaukelndem Board noch einigermaßen gut klappt, wird dann im Wasser natürlich zur Herausforderung. Nach ca. 10 Minuten Regelkunde und 10 weiteren Minuten praktischer Theorie am Strand geht’s dann auch schon ins Wasser. Und da stellt sich schnell raus, dass der Theorieunterricht so einiges verschweigt:

Rauspaddeln gegen die Wellen zum Beispiel. Man läuft mit seinem Board also so weit ins Meer, bis man nicht mehr stehen kann und keine 10 Sekunden später kann man wieder stehen, da man von der nächstbesten Welle wieder zurück Richtung Strand gespült wurde… also auf ein Neues… das geht so ne ganze Weile, bis man endlich durch unermüdliches Paddeln und auch nen bisschen Glück die Region, in der die Wellen in Strandnähe brechen, verlassen hat. Dann heißt es in Position bringen in einem Abschnitt, in dem man vermutet, dass dort eine der nächsten Wellen etwas weiter vor dem Strand schon mal brechen könnte. Bei der Frequenz, mit dem die Wellen in Richtung Strand unterwegs sind, muss man auch nicht so lange warten. Übrigens waren dort am Arrawarra Beach die bisher größten Wellen. Zum Glück war keine Rettungswacht, sondern nur nen paar Surf-Instructor vom Camp anwesend. Denn bei der Wellenhöhe hätte kein Rettungsschwimmer jemals knapp 20 Leute auch nur in die Nähe des Meeres gelassen ☺ zum Surfen macht sich das aber sehr gut, gerade für Anfänger. Je mehr Speed man drauf hat, desto weniger beeinflussen die behäbigen Versuche sich aufzurichten die Stabilität des Boards. Und so ist es sogar mir Bewegungselefant des Öfteren gelungen, mich zumindest für Sekunden und 3-4 Mal sogar für einen Ritt über 30-50 Meter auf dem Board zu halten. Es macht wirklich enorm Spaß und ist mit langweiligem runterrodeln in diversen Skigebieten nicht zu vergleichen ☺ die Stichelei musste einfach sein…

LearnToSurfSurfing

Während des Surfcamps waren 3 Stunden Surfunterricht angedacht und eine Kajakfahrt in ein Aboriginal-Gebiet. Die Kajakfahrt habe ich dann auch am Morgen des zweiten Tages, vor der letzten Surfsession, gemacht. Erstmal mussten wir unser Kajak knappe 300 Meter durch flaches, extrem schlammiges Sumpfgebiet schieben. Durch diverse Fischarten war der Boden so durchlöchert und locker, dass man auch mal schnell bis zum Knie versunken war, wenn man nicht aufgepasst hat. Als das Wasser endlich tiefer war, konnten wir uns dann auch in der für ein Kajak vorgesehenen Weise fortbewegen… die Gegend war wirklich extrem beeindruckend. Wir sind auf einem Zwischending zwischen Fluss und See geschippert, links und rechts sah es aus wie Urwald und dieser ist auch ab und an mal aus dem Flussboden gewachsen. Soll heißen, dass manchmal die Navigation zu einer echten Herausforderung wurde, da der Platz zwischen zwei Bäumen kaum breiter war als das Kajak selbst. Und Kajak-Limbo war auch inklusive. Am Ende unserer Tour haben wir dann an einer Stelle, an der ein Seil vom einem Baum am Ufer in den See hing, einen kleinen Stopp eingelegt. Das hat einfach dazu eingeladen, sich in guter, alter Tarzan-Manier in den See zu schwingen. Das erste Mal ging’s auch ganz gut und hat riesig Spaß gemacht. Das zweite Mal wollte das Seil leider nicht so wie ich wollte und hat sich unter meinem Arm verfangen. Da hat meine Haut gegen das Jute-Seil einfach mal keine Chance gehabt. Was mich aber nicht vom dritten Sprung und der letzten Surf-Session im Meer (hat nur mal kurz gezogen, beim Reingehen, danach war man zu sehr mit Surfen beschäftigt um die Schmerzen einer offenen Wunde umspült von sehr salzigen Meerwasser zu spüren) abgehalten hat.

KajakingKajaking2

So… danach ging es dann auch schon auf den Rückweg, mit kurzem Stopp in Byron Bay, anscheinend einer der teuersten Städte in Australien. Kann ich nicht ganz nachvollziehen. Der Strand ist zwar nicht übel, aber auch nicht groß besser als der australische Standard. Und sonst ist auch nicht viel los in der Stadt. Nach zwei Stunden durch die Stadt streifen, sonnenbaden und gammeln ging es dann auch wieder zurück nach Brissie. Alles in allem ein sehr gelungenes Wochenende.





QUT… real assessment overload for the real world

15 05 2009

Mittlerweile waren die Vorlesungen an der Uni auch schon in vollem Gange. Ich studiere ja an der QUT, der Queensland Univeristy of Technology, und dort am Campus „Gardens Point“, direkt neben dem Botanischen Garten. Der erste Anblick des Uni-Geländes war schon sehr beeindruckend. Ein sehr schöner Campus, auf der einen Seite der Brisbane-River und auf der anderen der Botanische Garten. Wenn man nach einer Vorlesung aus den ständig unterkühlten Gebäuden kommt, stößt man Erstens gegen eine Warmwetterfront und fühlt sich Zweitens gleich wie im Urwald. Das nenne ich mal ein gelungenes Kontrastprogramm.

Was mich leider nicht so überzeugt an dieser „University of Technology“ ist die Technology… Die technische Ausstattung ist zwar einigermaßen aktuell, jedenfalls für eine Uni, aber zum Einen sind nicht genügend Arbeitsplätze vorhanden, so dass man meistens auf einen eigenen Rechner oder die eigene Ausdauer vertrauen muss. Und das Netzwerk ist schießt hier den Vogel ab. Wenn man mal eine Idee hat, die man schnell digital verarbeiten und speichern will, dann kann man sich kurz freuen, dass man die Idee gehabt hat und sie am Besten schnell wieder vergessen. Erstens müsste man ja den Kampf um einen Platz an der Sonne, respektive Computer, gewinnen und wenn man das geschafft hat, ohne das einem die Idee mit Hilfe diverser Buchrücken oder asiatischer Kampfkünste aus dem Kopf geprügelt wurde, muss man noch ein kleines, jedoch nicht unerhebliches Stück seiner Lebenszeit darauf warten, dass der Rechner startet… und das alles mit den asiatischen Kampfkünstlern im Rücken, die nur darauf warten, dass jemand beim Warten auf das Laden des Desktops, verhungert vom Stuhl kippt. Das klingt jetzt etwas übertrieben… ist es auch, hört sich aber gut an, oder?! So’n bisschen nach Abenteuer und Überlebenskampf.

Ansonsten fing die Uni recht gemütlich an, nach zwei Wochen kamen dann aber die ersten Assessments und es wurde jedem sehr schnell klar, dass das wohl nicht so locker wird, wie in Deutschland. Man hat hier viele kleine Belegaufgaben, die man dafür jede Woche oder an mehreren Terminen, verteilt über das Semester, abgeben muss. Und zumindest einer meiner Professoren scheint zu glauben, dass seine VL die einzige ist, die seine Studenten in diesem Semester haben. Die Fülle an Belegaufgaben, die er in unsere Runde schmeißt würde für 3-4 Kurse in Deutschland reichen.

Neben diesen kleineren Zeitproblemen, die sich gerade jetzt, so 4-5 Wochen vor Ende des Semesters, auftun, ist die Uni ansonsten ganz in Ordnung. Ich komme ganz gut mit und meistens sind die Vorlesungen eh recht langweilig, da bei vielen nicht wirklich Wissen vermittelt wird, sondern aktuelle Themen einfach nur etwas beleuchtet und diskutiert werden.





First days

15 05 2009

Die ersten Tage…
Auch wenn es mittlerweile ein bisschen spät ist, will ich doch mal mit meinem Blog anfangen. Und auch mal versuchen, die bisherige Zeit zu rekonstruieren. Und wo fängt man am Besten an?? Genau… am Anfang.
Die ersten Tage in Brisbane waren schon aufregend. Von meiner Uni wurde ich von einer Art Abholservice zum Hostel gefahren, dass für die nächsten 5 Nächte mein „zu Hause“ sein sollte. Jedenfalls war das der Plan. Selbst die Fahrt zum Hostel war schon aufregend… nicht, weil Brisbane’s Straßen und Highways jetzt so’n Highlight sind, sondern eher, weil der durchschnittliche Brissi-Autofahrer so fährt, wie bei uns die aggressiven… das liegt bestimmt daran, dass die hier falsch rum fahren ☺ Auf der Fahrt wurden mir und 3 anderen Studenten der QUT vom Fahrer auch gleich das Leid geklagt, dass es ja viel zu warm ist, seit Wochen nicht geregnet hat, aber die nächsten Tage zumindest nicht so extrem heiß werden sollen. Konnte ich nicht richtig verstehen, da ich ja gerade aus knapp -15°C gekommen war… das wiederum konnte unser Fahrer nicht verstehen… ich glaube, der hat noch nie davon gehört, dass es Minusgrade geben kann.

Na ja… jedenfalls waren die nächsten Tage auch nicht so extrem heiß… um nicht zu sagen es hat mehrere Tage durchgeregnet.